16. Oktober 2023 – Wenn ich ehrlich bin: Mich gruselt es schon jetzt! – Und das, obwohl bis Halloween noch 14 Tage hin sind.
Seit den ersten herbstlichen Tagen macht sich in den Wohnvierteln von Brooklyn die Vorboten dieses seltsamen Festes breit. Zäune sind mit Unmengen von Spinnweben (mit der Anmutung von im Topf übrig gebliebener Zuckerwatte) verschnürt. Spinnen in der Größe von Kleinkindern krabbeln über Treppengeländer oder Fensterbretter. Aus dem Bäumen grinsen mich weiße Synthetikgespenster an, und zwischen den Büschen winken mir Skelette zu. Zum Glück gibt es an einigen Häusern Absperrbänder, die mich davor bewahren, in die mit Kunstblut beschmierten Vorgärtchen zu treten.
Hätte ich allerdings auch ohne Absperrung nicht freiwillig gemacht… Irgendwie kann ich mit dieser seltsamen Sitte, bei der von aller christlichen Symbolik nur noch die Verkehrung ins schaurig-morbide bleibt, nichts anfangen.

In Deutschland hat sich (zumindest im überwiegend atheistischen Berlin) die Unsitte zwar auch schon verbreitet, aber hier ist – wie es sich gehört – alles noch ein bisschen größer, grausamer und gruseliger.
Meine Top-3 Monstrositäten waren:
- Ein Paar von traulich miteinander parlierenden Skeletten, die auf der Gartenbank vor einem Hauseingang saßen,
- eine Szenerie aus Skeletten einer ganzen Familie samt Pferd, alles in Lebensgröße,
- ein harmloses Aufblas-Gespenst, das aber die gruselige Aufschrift „No sweets after midnight!“ auf dem Bauch trug. Soll mir etwa am 31. Oktober überhaupt keine Nachtruhe vergönnt sein?
Aber ich werde dem Feind entschlossen ins Auge blicken! Nicht nur, dass ich vorsorglich schon einmal einen kleinen Zierkürbis erworben habe, den ich auf der Fensterbank platzieren kann. Mit meiner Nachbarin habe ich vereinbart, die Geister artgerecht zu empfangen. Und vielleicht trinke ich ja sogar noch einen „pumpkin spice latte“, um mich aufzuwärmen. Aber nur, wenn es wirklich hart auf hart kommt!
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