Wir haben am Montag, den 10/09, endlich Karten für die Gedenkstätte für die Attentate vom 11. September 2001 erhalten, nachdem wir uns schon lange vergeblich darum bemüht hatten – Montagabends gibt es einen kleines Kontingent an kostenlosen Tickets.
Frei zugänglich sind die zwei riesigen, schwarzen Brunnen, die genau dort in unendliche Tiefen weisen, wo vorher die Zwillingstürme des alten World Trade Center in die Höhe geragt haben. Trotz allen Gewusels und der vielen Touristen strahlt dieser Ort eine nachdenkliche Ruhe aus und ist aus meiner Sicht ein sehr gelungenes Mahnmahl für die vielen Menschen, die hier bei den Terrorattacken zu Tode gekommen sind.
Das Museum – auch wenn das Wort in dem Zusammenhang mit den Anschlägen nicht ganz passend klingt – ist abgesehen von dem Eingangsbereich unter der Erde gelegen. Nach einem kurzen Durchgang mit Fotos der noch intakten alte Skyline am Morgen des 11. September, betritt man eine riesige Halle, in der noch Reste der Fundamente der alten Gebäude zu sehen sind, ebenso wie eine Treppe, über die einige Menschen aus einem der Türme fliehen konnten. Auch ein originaler, völlig verformter Feuerwehrwagen ist hier ausgestellt. Durch seine Größe wirkt der Raum wie eine „Kathedrale der Erinnerung“, auch wenn in der gesamten Gedenkstätte konsequent auf alle Hinweise zu Glaubensrichtungen von Opfern und Tätern verzichtet wird.
Die eigentliche Ausstellung befindet sich dann in einem Kubus, der in die Halle eingebaut ist. Hier kann man in einem ersten Teil die Abläufe der Ereignisse nachvollziehen: Flugrouten der gekaperten Maschinen, Funksprüche der Polizei und der Flugüberwachung, letzte Nachrichten auf Anrufbeantwortern sowie unzählige Bilder und Filmaufnahmen von den herannahenden Flugzeugen, ihrem Einschlag in die Türme und schließlich den Einsturz der beiden Wolkenkratzer. Auch die Flüge der beiden anderen Maschinen, die im Pentagon, und – nach beherztem Eingreifen der Passagiere – über unbewohnter Landschaft eingeschlagen sind, werden dokumentiert.
Ich bin alt genug, um mich an den 11.9.2001 zu erinnern (die ersten Bilder aus New York habe ich damals einen Kinderwagen schiebend in Schaufenstern und Fernsehabteilungen von Kaufhäusern gesehen), und viele Bilder sind wieder und wieder geteilt worden, so dass sie fast vertraut wirken. Aber die minutiöse Aufarbeitung und die Dokumente zu Einzelschicksalen berühren mich schon sehr. Und das, obwohl wir den zweiten Teil der Ausstellung, in der es mehr um die zu Tode gekommenen Menschen geht, aus Zeitgründen gar nicht mehr ansehen konnten.
Besondere Aktualität hat der Besuch des Memorials dann doch noch bekommen, weil die Einzelheiten zu den furchtbaren Anschläge der Hamas in Israel nach und nach bekannt wurden, und die Ereignisse mehrfach als ein israelisches 9/11 bezeichnet wurden.

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