Mit dem Fahrrad durch NYC

19. Oktober 2023 – Ich sterbe gerade 15 Tode auf einmal! Das Wetter ist wunderbar, blauer Himmel, Sonnenschein, sich verfärbendes Herbstlaub, da habe ich mir vorgenommen, von Prospect Heights bis zu The Cloisters, einem ausgelagerten Teil des Metropolitan Museum, am Nordende von Manhattan zu fahren.

Meine Navigations-App sagt 1 Stunde, 36 Minuten dauert der Weg mit dem Fahrrad; aber ich glaube, meine App lebt nicht in New York! Nachdem der Trennungsschmerz von meinem eigenen Fahrrad fast so groß war, wie der von, sagen wir dem Tiergarten, habe ich hier anfangs noch nach einem eigenen, zu kaufenden Fahrrad geschaut. Aber wer weiß, wie viel ich wirklich fahren kann, wie schnell einem das Rad gestohlen wird (man sieht schon einige Fahrradfragmente am Wegesrand…) und ob sich die Investition für einen begrenzten Zeitraum tatsächlich lohnt. So bin ich also seit stolzen drei Tagen Inhaberin eines Jahresabonnements von citibike und nenne eine Flotte von über 27000 Fahrrädern (Waden- und E-betrieben) mein eigen. Zumindest für jeweils 45 Minuten, denn das ist die maximale Leihdauer für ein einzelnes Fahrrad.

Stationen gibt es viele in New York, auch wenn nicht alle Boroughs gleich gut ausgestattet sind, und citibike ist tatsächlich auch der einzige Anbieter von Leihfahrrädern in NYC. Aber das heißt nicht immer, dass an meiner Heimathaltestelle (weiter oben auf einem Hügel) auch einsatzbereite Fahrräder zur Verfügung stehen. Doch mir reicht ja eines! 

(Guter) Fahrradweg am Hudson

Neben dem regelmäßigen Wechsel der Rösser muss ich bei meinem Ritt durch Brooklyn die Straßen und den Verkehr berücksichtigen: große Schlaglöcher, Fahrradwege mal links, mal rechts auf der Fahrbahn, mal mit, mal ohne Gegenverkehr. Wegen der vielen Einbahnstraßen ist der Hinweg nie derselbe wie der Rückweg, was die Planung, oder das Lernen von Routen erschwert. Parkende Autos stehen regelmäßig auf den Fahrradwegen (auch in Berlin kein unbekanntes Phänomen). Riesige Laster überholen mich auf der rechten Seite. Aber ich fahre mit Helm und kann ja zur Not mein Fahrrad abstellen und mit der Subway weiterfahren.

Doch nun ein frisches Ross aus dem Stall geholt, und über die Brooklyn Bridge!

Der Weg über den East River ist gut ausgebaut, wenn auch von begrenzter Schönheit: Die Fahrradroute wurde irgendwann von der Fahrbahn abgetrennt und immerhin ordentlich eingezäunt. Mit weiteren Unterbrechungen (auch Reiter müssen einmal an die Futterkrippe und die Pferde, respektive Räder müssen regelmäßig gewechselt werden) arbeite ich mich erst durch den Financial district und dann am Hudson-Ufer und später durch den Central Park nach Norden. Gut gepflegte Fahrradwege gibt es im Park immerhin, danach wird es wieder schwierig. Und bis zu meinem ursprünglichen Ziel schaffe ich es (trotz 2h50 auf dem Sattel) heute wohl auch nicht mehr. 

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Berlin, Brooklyn, and beyond

Eine Berlinerin berichtet aus Brooklyn