Leaf peeping

Mit diesem – für mich neuen – Wort beschreiben die Werbetexte der Metro North, der einschlägigen Bahngesellschaft, eines der Herbsthobbys der New Yorker. Bunte Blätter haben im Oktober Hochsaison und insbesondere das Hudson Valley bietet sich an für Spaziergänge in Laubwäldern, die in allen Gelb-, Orange- und Rottönen leuchten.

Natürlich sind die meisten einschlägigen Tipps in den Reiseführern für Autos ausgelegt, aber mit der Bahn, besagter Metro North, kommen auch wir an einem Werktag im Oktober ins Grüne bzw. ins Bunte. Dem Hudson River immer nach Norden folgend, gelangen wir von Grand Central aus in einer guten Stunde nach Cold Springs, einem kleinen, aber feinen Ort an der Ostseite des Flusses. Hier können wir nicht nur ein paar schöne, auf städtisches Publikum ausgerichtete Läden und typische amerikanische Häuser mit Holzverkleidung bewundern, sondern auch unsere Wanderung auf den Bull’s Hill beginnen. 

Nach einem etwas versteckten Einstieg erklimmen wir bei schönstem Sonnenschein und zwischen golden leuchtenden Bäumen auf gut ausgeschilderten Wanderwegen langsam, aber stetig die Hügel. Meilenweit kein Mensch in Sicht. Und es tut richtig gut, einmal aus der Stadt, dem Lärm und der Hektik herauszukommen!

Mount Taurus, so der etwas hochtrabendere Name für den Bull‘s Hill, ist der höchste Punkt unserer Rundwanderung, aber die spektakulärsten Blicke auf den Hudson haben wir auf unserem Rückweg ins Tal. Immer wieder kann man auf Felsen steigen, von denen der Hudson oder auch die West Point Academy, die traditionsreiche Ausbildungsstätte für US-Militärs, zu sehen sind. An einer Stelle ist auch „NYC view“ markiert. Trotz klarer Sicht kann ich keine Hochhäuser ausmachen – aber die Distanz bis zur Südspitze von Manhattan ist rund 80 km. Da muss man schon sehr gute Augen haben!

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