Der große Spuk ist vorbei, auch wenn es wohl noch ein paar Tage dauern wird, bis die Dekoration vor den Häusern wieder abgebaut ist. Der eigentliche Halloween-Abend ist unerwartet angenehm verlaufen. Ich habe auf den Besuch der großen Parade im Village verzichtet und dafür gemeinsam mit Nachbarn auf dem heimischen Treppenabsatz sehr gesittete junge Besucherinnen und Besucher empfangen. „Treats“ in Form von Süßigkeiten haben wir in großer Menge verteilt, aber Trick gab es keinen einzigen. Dafür konnten wir viele sehr elaborierte Kostüme bewundern, überwiegend aus der Filmwelt; es kamen aber auch ganze Familien, die als Figuren aus der amerikanischen Geschichte verkleidet waren, an unseren Zaun.
Viel Geschichte kann man auch auf dem riesigen Greenwood-Cemetary in Brooklyn sehen, den ich neulich auf einer meiner Fahrrad-Touren zum ersten Mal besucht habe. Um die großen Distanzen auf dem knapp 200 Hektar großen Gelände zu überwinden, wäre ein Fahrrad auch auf dem Friedhof nicht schlecht gewesen, andererseits geht es ganz schön bergauf und bergab; sogar mehrere Seen gibt es. Und für den Blick auf einzelne Grabsteine und Skulpturen lohnt es sich, die großen Wege zu verlassen.
So habe ich mich also treiben lassen, vorbei an alten verwitterten Grabsteinen aus dem 19. Jahrhundert (gegründet wurde Friedhof im Jahr 1838) und neueren Gräbern, auf denen irisch, italienisch, deutsch oder spanisch klingende Namen stehen. Als überkonfessioneller Friedhof beherbergt Greenwood Cemetery zwar überwiegend, aber nicht nur Christen. Zu den „Residents“ gehören Größen wie Leonard Bernstein, Theodore Roosevelt, Jean-Michel Basquiat oder Louis Comfort Tiffany.
Nicht nur einen Höhepunkt meines Spaziergangs, sondern auch die höchste Erhebung Brooklyns, stellt der Hügel dar, auf dem das Monument für die Soldaten des Bürgerkriegs steht. So ist der Schauplatz des Revolutionskriegs von 1776 zu einem Ort ewiger Ruhe geworden. Und dies auch noch mit der perfekten Aussicht auf die Südspitze von Manhattan.
Seit 2006 ist Green-Wood ein National Historic Landmark und nach den Niagarafällen die am zweithäufigsten besuchte Touristenattraktion der USA, so die Selbstauskunft der Friedhofsverwaltung (www.green-wood.com). Ein (zweiter) Besuch lohnt sich angesichts der vielen historischen, kulturellen und auch botanischen Schätze allemal.

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