Wer das American Museum of Natural History von der Seite des Central Park betritt, könnte glatt meinen, er sei im Naturhistorischen Museum in Berlin gelandet: Hier wie dort werden die Besucher von einem großen Dinosaurierskelett begrüßt. Auch ansonsten sind die beiden großen Forschungsmuseen ähnlich ausgerichtet und beherbergen Millionen von Objekten von der Mücke bis zum Elefanten, nur dass das New Yorker Museum mit seinen Ausstellungen gleich auch noch Teile des Humboldt-Forums mit abdeckt.
Hier in Manhattan gibt es als allerdings auch zwei riesige Exponate, die ich aus Berlin nicht kenne: So hängt das Modell eines Blauwals in Lebensgröße (38 Meter lang!) von der Decke eines riesigen Ausstellungsraums zum Leben im Ozean. Riesig und schon von außen durch eine Glaswand zu sehen ist außerdem ein Modell unseres Sonnensystems.
Unseren ursprünglichen Plan, alles einmal anzuschauen, lassen wir angesichts der Größe des Museums bald fallen und konzentrieren uns auf ein paar Themen. So betreten wir zunächst die Modell-Sonne, in deren Inneren ein kurzer Film zur Urknall-Hypothese vorgeführt wird. Anschließend arbeiten wir uns durch 13 Milliarden Jahre Geschichte des Universums hoch bis in die Gegenwart.
Spannend finde ich in dem sich anschließenden Saal zum Planeten Erde die Informationen zur Entstehung von Gebirgen und zum Vulkanismus. So gibt es eine digitale Karte, die in Echtzeit NASA-Informationen über Erdstöße in der ganzen Welt für die letzten Stunden, Tage und Wochen anzeigt.
Weitere Säle sind den Themen Biodiversität oder Klimawandel gewidmet, und man kann sich Kurzfilme zu Maßnahmen der Stadt New York im Umgang mit extremem Wetter anschauen. Zum Beispiel werden Hausdächer weiß gestrichen, um die Überhitzung der Stadt im Sommer zu verhindern. Oder verspiegelte Röhren bringen Tageslicht in Innenräume, damit Strom gespart wird. Gegen Extremwetter und Überflutungen müssen besonders die Küstenstreifen, aber auch die Subway abgesichert werden. Alles sehr spannend!
Andere Ausstellungsbereiche, insbesondere zu ethnographischen Themen, atmen noch etwas mehr den Geist vergangener Zeiten, auch wenn Schilder z.B. darauf hinweisen dass die Darstellung der Ureinwohner Amerikas nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht. Aber vielleicht hat sich das bis zu unserem nächsten Besuch geändert.
Neu und aktuell ist zumindest der Gebäudeteil durch den wir wieder auf die Straße treten, und macht damit sichtbar, dass das Museum wie die Stadt sich kontinuierlich wandelt.

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