Auf den gestrigen Eintrag hin habe ich einen Hinweis auf ein Interview mit Wynton Marsalis zu den Zusammenhängen zwischen Beethoven und Jazz bekommen https://youtu.be/zuv-JjQyipk?feature=shared (Vielen Dank dafür!). Das gibt mir die Gelegenheit, noch etwas beim Lincoln Center zu bleiben und gleich mehrere Fäden aufzugreifen.
Zum einen: Das Lincoln Center ist ja wirklich nicht nur eine Spielstätte, sondern ein echtes Zentrum für Musik und Bühnenkunst aller Art. Insgesamt erstreckt es sich über 6,6 Hektar (knapp 10 Fußballfelder) und umfasst 30 Spielstätten, darunter die für das New York Philharmonic Orchestra, Metropolitan Opera, Julliard School, New York City Ballet und viele mehr. Ich glaube, ich muss noch eine ganze Reihe von Abenden verplanen, um alle Stilrichtungen und Bühnen „durchzuarbeiten“.
In der David Geffen Hall, dem Heim der NY Philharmoniker, haben wir im November zwei klassische Konzerte gehört. Einmal eine Aufführung von „Israel in Egypt“ mit den NY Philharmonic Orchestra (sehr gute Aufführung und Musik, bei der in diesen Zeiten auch die Politik mitschwingt – das Programmheft kam mit entsprechendem Einleger).

Das zweite Konzert, auch im großen Saal, war ein Klavierabend mit dem französischen Pianisten Pierre-Laurent Aimard. Auf dem Programm standen Werke von György Ligeti – und in der ersten Hälfte auch von Beethoven, zu dem ich als gebürtige Bonnerin natürlich ein inniges Verhältnis habe. Ich weiß nicht, wie sehr Ligeti sich tatsächlich von Beethoven hat beeinflussen lassen, aber in dem Programm wurden jeweils ein Stück aus Ligetis „Musica ricercata“ und eine Bagatelle von Beethoven einander gegenübergestellt. Für mich eine sehr überzeugende Abfolge, die Aimard virtuos gespielt hat.
Bemerkenswert waren auch Intro und Zugaben: Schon während des Einlasses wurde das Poème Symphnonique von Ligeti aufgeführt, einem Stück für 100 Metronome (passend zum diesjährigen 100. Geburtstag des Komponisten). Als Zugaben spielte Aimard, der Ligeti auch persönlich gut kannte, drei Stücke aus dessen mittlerer Schaffenszeit – mit insgesamt zwei Tönen. (War hier John Cage mit 4’33 die Inspiration?)
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