Nach der historischen Abhandlung jetzt der Praxistest: Wie fühlt sich Thanksgiving in New York an? Um das herauszufinden haben wir bei herrlichstem Sonnenschein erst einmal das getan, was Millionen New Yorker und Gäste auch gemacht haben: die große Thanksgiving Parade von Macy‘s anschauen. Immerhin waren wir (anders als bei der Brooklyn Parade im Sommer) diesmal vorab informiert über die Route und das zu erwartende Spektakel: 25 Riesenballons, 31 so genannte Floats, also Paradewagen, etliche Bands, Clowns und noch mehr.
Wer es wirklich ernst meint und in vorderster Reihe dabei sein will, der muss früh aufstehen und sich ab sechs Uhr früh am Wegesrand positionieren. Wir aber nähern uns dem Ganzen etwas lockerer; nach dem Frühstück geht es mit der Subway zum Times Square und von dort zu Fuß bis zur 6th Avenue am Bryant Park. Richtig ran ans Geschehen kommen wir allerdings nicht, denn alle Streets stehen mit Schaulustigen voll. Kinder auf den Schultern, Handys in der Höhe – da können wir allenfalls ein oder zwei Ballons sehen. Aber die begeisterten Kommentare mancher Umstehenden sind auch schon was wert.



Allzu lange vermag uns das allerdings nicht zu fesseln, und so laufen wir weiter, einmal im großen Bogen südlich um die Route des Umzugs herum – die Polizei hat alles großräumig abgesperrt. Das kommt uns zu Gute auf der Fifth Avenue, die heute eine riesige Fußgängerzone geworden ist. Das allein war den Trip nach Manhattan wert. Und wir finden sogar noch einmal einen Ort, an dem wir die letzten zwei Wagen vorbeiziehen sehen: ein riesiger Weihnachtsbaum und Santa Claus, mit Rentieren, Papierschnee und allem. Weihnachten kann kommen!
Und was gab es noch zu erleben an diesem Thanksgiving-Day? Eine sehr volle Grand Central Station; ausnahmsweise einmal viele geschlossene Cafés und Geschäfte beim Spaziergang durch unsere Neighborhood; Turkey, für uns allerdings nur in der Minimalfassung, als Bagelbelag; ein selbst-gekochtes Thanksgiving-Dinner mit Süßkartoffel-Kasserole, Pilz-Stuffing und Cranberry-Soße, und – last, but not least – eine große Dankbarkeit für die Möglichkeit, hier so vieles zu sehen, erleben und mit Euch teilen zu können.
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