Heimkino

Die Brooklyner – darin sind sie den Berlinern ganz ähnlich – feiern sich gerne selbst. Und sie feiern die Ihren. Zum Beispiel den Rapper Jay-Z, von dessen Ausstellung in der Brooklyn Public Library ich ja schon mehr als einmal geschrieben habe. Oder den Filmregisseur Spike Lee, der als Kind nach Brooklyn gezogen und hier aufgewachsen ist. Ihm und seinen „creative sources“ wird derzeit eine Ausstellung im Brooklyn Museum gewidmet. 

In das Museum haben wir es trotz der kurzen Distanz zu unserer Wohnung bislang noch nicht geschafft, aber wir haben uns schon einmal vorbereitet und mehrere von Spike Lees Filmen angeschaut.

„BlacKkKlansman“, der 2018 in die Kinos gekommen ist, erzählt die (wahre) Geschichte eines afroamerikanischen Polizisten, der sich undercover in den Ku Klux Klan eingeschmuggelt hat und dabei von einem geplanten Anschlag auf schwarze Bürgerrechtler erfährt. Auch beim zweiten Mal ein sehenswerter und politischer Film. Nach dem großen Showdown zeigt Lee (damals) aktuelle Aufnahmen von einer Demonstration weißer Suprematisten, bei der ein Auto in eine Menge von Gegendemonstranten gefahren ist und eine Frau getötet wurde; dazu werden Donald Trumps verharmlosende Kommentare zu den Geschehnissen geschnitten. Es ist schon recht beklemmend, diese Bilder zu sehen, wenn man die Aufnahmen von der Kapitolerstürmung am 6. Januar 2020 kennt. Und dieses Thema ist leider immer noch aktuell. 

Ein weiteres, etwas leichteres Werk von Spike Lee hat uns über mehrere dunkle Herbstabende begleitet. Aus seinem ersten langen Film „She’s gotta have it“ von 1986 hat der Regisseur selbst eine Netflix-Serie unter gleichem Namen erstellt. Die Warnungen „sex/language/nudity“ sind auf jeden Fall berechtigt; die Protagonistin jongliert mit ihren drei männlichen Liebhabern und einer weiblichen Partnerin, während sie gleichzeitig ihre Künstlerinnen-Karriere verfolgt. Eigentlich ist die Geschichte aber vor allem eine Liebeserklärung an Brooklyn und seine kreativen, hippen und liebenswerten Schwarzen Bewohner:innen.

Jede Folge wird durch andere Bilder von Brooklyn eingeleitet. Wie in einem Fotoalbum werden einzelne Straßen, der Fort Greene Park, die klassischen Brownstones mit ihren „stoops“ gezeigt, auf denen sich das Leben abspielt. Ganz fehlt die Politik auch hier nicht: Natürlich geht es um Rechte der Black Community, aber auch Gentrifizierung oder „the clown“ (aka Donald Trump) werden regelmäßig aufs Korn genommen.  Spaßig anzusehen – nicht nur für Brooklyner! 

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Berlin, Brooklyn, and beyond

Eine Berlinerin berichtet aus Brooklyn