Ein Kaffee- und Café-Artikel gehört zu einem Städte-Blog wie die Tasse Kaffee zum Tag. Auch wenn ich die ersten 30 Jahre meines Lebens gar keinen Kaffee getrunken habe und schon öfter geschworen habe, mir das Kaffeetrinken wieder abzugewöhnen.
Trotzdem, die Liste der zehn besten Cafés sollte ja irgendwie hinzubekommen sein. Immerhin habe ich in den drei Monaten, die ich jetzt schon hier bin, wahrscheinlich schon 100 unterschiedliche Cafés ausprobiert und einen ganzen Wirtschaftszweig erheblich gefördert. Tabus gab es bei der Caféwahl wenige, allerdings ziehe ich individuelle Orte den großen Ketten vor. Nur Starbucks geht leider gar nicht, auch wenn es hier neben den üblichen Filialen auch die „Starbuck‘s refined roasteries“ gäbe. Andere Ketten habe ich erst im Laufe der Zeit erkannt – oder möglicherweise bis heute noch nicht. Dazu gehören das aus Brüssel vertraute „Le pain quotitien“ ebenso wie Prêt à manger, Hungry Ghost, Maman und sicher noch viele mehr.
Guten Kaffee bekommt man an den meisten Orten, obwohl das Erlebnis natürlich nicht mit Italien zu vergleichen ist. Auch wenn es Leute gibt, die bestreiten, dass ich bei meinem Standardgetränk „Cappuccino with regular milk“ überhaupt etwas über Qualität sagen kann. Dafür kommt der Cappuccino in aller Regel mit kunstvoller Latte-Art!
Neben Geschmack und Optik fließen weitere Gütekriterien fließen in die Wertung ein:
- Gibt es auch Milchalternativen? Ja, fast überall. Hafermilch, Mandelmilch sind gängig, aber auch Pistazien-, Macadamia- oder Pecan-Milch habe ich schon ausprobiert.
- Wird der Kaffee in Tassen oder Pappbechern serviert? Leider viel zu häufig Letzteres, selbst wenn man sich hinsetzt.
- Gibt es eventuell ein Stück Gebäck oder Kuchen? Ja, aber das Angebot ist eigentlich überall sehr ähnlich: Cookies, Muffins, Bananabread, Croissants. (Ein sehnsuchtsvoller Gedanke an Zuka oder Gil Avnon in Berlin sei mir hier gestattet)
- Kann man schön sitzen? Hier ist ein zentrales Kriterium, das in unterschiedlichen Situationen für oder gegen ein Café sprechen kann: Sind Laptops erlaubt oder nicht? Manche Cafés sind eher Co-Working spaces als charmante Begegnungsorte.
- Ganz wichtig: Ist das Café zu dem richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort? Was nützt mir der schönste Ort in Brooklyn Downtown, wenn ich gerade im Centralpark bin.
Nach diesen umfänglichen Vorbemerkungen hier also ein paar konkrete Vorschläge für euren nächsten New York-Besuch:
- Little Zelda, Franklin Avenue, Brooklyn – klein, aber oho; tagsüber Café, abends Bar – Treuepunkte sammelt man stilvoll mit einer alten Zeitstechuhr
- Café Louise, Park Slope, Brooklyn – ein Teil des Restaurants wird vormittags als Café genutzt; schöner Ort, vor allem wenn die Sonne scheint
- Cinico Coffee Company, Madison Avenue – neu, hipp, teuer, dafür aber italienisch
- Lady M Cake Boutique, direkt am Bryant Park – der Name sagt alles: es gibt Kuchen und man sollte die Platin-Kreditkarte dabei haben
- Café Chrystie, Nähe Tomkins Square Park – Mini Café mit ganzen zwei Sitzplätzen im Freien, aber irgendwie charmant und mit koreanischem Touch.
Ich höre jetzt jetzt auf – Pause zu Ende.

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