Der 30. November ist für mich klassischerweise der Tag, an dem die Advents- und Weihnachtsdekoration bei uns zu Hause fertig sein sollte, vorausgesetzt der 1. Advent liegt nicht schon vor diesem Termin. Sieht so aus, als ob ich es diesmal nicht so ganz hinbekomme, wie ich es will.
Einen schönen Adventskranz (wie z.B. von einem meiner Berliner Lieblingsfloristen callafleur.com oder Blumen-und-Gartenkunst.de) habe ich bislang in Brooklyn noch nicht gefunden. Es gibt zwar an vielen Ecken Weihnachtsbäume zum Verkauf (in Manhattan habe ich sogar einen gefunden, der rund um die Uhr geöffnet hat), aber die Kränze sehen aus wie direkt von der Baustelle. Ein paar dürftig zusammengesteckte Zweige, hässliche Schleife dran, und dann geht es für 50$ über die Theke.
Auch meine amerikanische Nachbarin konnte mir bei der Suche nicht weiterhelfen. Der Adventskranz, rund gebunden, aus echten Tannen, mit echten Kerzen, das scheint doch eine typisch deutsche Sehnsucht zu sein. Tatsächlich ist der Brauch eine deutsche „Erfindung“ und der erste Adventskranz wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von einem protestantischen Pfarrer in Hamburg aufgestellt. Dazu passt ganz gut, dass die deutschsprachige evangelische Gemeinde St. Paulus hier zum Kranzbinden eingeladen hat – Nur leider für mich zum falschen Termin,
Es ginge also doch! Ich bin mir auch sicher, dass irgendwo auf der Upper West Side, Blumenläden sind, die „richtige“ Adventskränze binden. Und ein Mangel an Weihnachtsschmuck in der Stadt New York herrscht natürlich auch nicht. Zum Anschauen gibt es überreich geschmückte Geschäfte, Unternehmenslobbys mit riesigen Kränzen und nicht zuletzt den seit 29. November erleuchteten (echten!) Weihnachtsbaum am Rockefeller Center.
Wir werden uns in diesem Jahr zu Hause wohl mit ein paar Zweigen und Teelichtern behelfen. Das geht auch. Und auf unserem Farmers-Market haben wir sogar noch etwas anderes erstanden, von dem ich gar nicht weiß, ob es zum Advent, zu Chanukah oder überhaupt der „holiday season“ gehört: Ein riesiges Bündel aus Rosmarin, Salbei und Thymian, das jetzt seinen Duft in der Wohnung verströmt. Vielleicht wird das ja zu einer neuen Tradition bei uns.

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