Let it snow!

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, etwas Handfestes zu schreiben, zum Beispiel zum Zwei-Parteien-System in den USA. Aber dann habe ich mir vorgestellt, wie ihr in Mitteleuropa am ersten Advent mit einer Tasse Tee oder Kaffee neben einer brennenden Kerze sitzt, draußen fällt der Schnee… Da passt die profane Politik nicht so wirklich rein. Dann doch lieber, meine Damen und Herren – das Wetter.

Ich habe neulich geschrieben, dass das Thermometer unter Null Grad gesunken ist. Tatsächlich habe ich an dem Tag auch drei Schneeflocken gesehen, allerdings nicht am Boden, sondern nur in der Luft und auch nicht vier Flocken, sondern wirklich nur drei. Das kurze Intervall mit kaltem Wind war schnell wieder vorbei und jetzt sind die Tagestemperaturen wieder im zweistelligen Bereich. Schon wieder ein trauriger Höchststand. Die New York Times hat neulich vorgerechnet, dass es im Central Park seit 653 Tagen keinen nennenswerten Schneefall mehr gab (nennenswert heißt ein Inch, also 2,54 cm, innerhalb von 24 Stunden). 

Der Winter 22/23 hat in Bezug auf Schneelosigkeit den Rekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1869 aufgestellt: In der gesamten Saison fielen 6 cm Schnee, während der langjährige Durchschnitt bei 61 cm liegt. Der Klimawandel ist also auch hier zu spüren. Langzeitvergleiche für die gesamten USA zeigen auf jeden Fall, dass der Schneefall  in vielen Regionen abgenommen hat, wenn es auch zum Beispiel bei den großen Seen mehr weißen Niederschlag gab.

Q: US Environmental protection Agency, https://www.epa.gov/climate-indicators/climate-change-indicators-snowfall

Trotzdem könnte es in diesem Winter für uns eventuell mehr Schnee geben als im letzten. Grund dafür ist, dass für das Wetter in New York City auch die Wetterphänomene La Niña und El Niño eine Rolle spielen. Während erstere die City auf dem Weg Richtung Norden eher mit warmen Luftmassen versorgt, herrschen dieses Jahr die El Niño-Konditionen mit Stürmen, die sich über dem Atlantik entwickeln und dabei kältere Luft mitbringen. 

Wir beobachten gespannt, was vom Himmel kommt. Und hören, wie die Kandidaten der beiden Parteien sich im kommenden Wahljahr zum Thema Klimaschutz positionieren.

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Eine Berlinerin berichtet aus Brooklyn