Killers of the Flower Moon

Mangels spannender eigener Erlebnisse in Brooklyn gibt es heute eine Filmkritik. Wir waren nämlich in einem richtigen Kino in der Nähe und haben uns einen Film angeschaut, der laut New York Times zu den zehn besten des Jahres 2023 gehört: „Killers of the Flower Moon“ von Martin Scorsese. Filmpremiere war im Frühjahr in Cannes und der Kinostart war hier und in Deutschland im Oktober; vielleicht habt Ihr ihn ja schon gesehen.

Der Film spielt in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Oklahoma, in einer durch Öl reich gewordenen Kleinstadt. Der Stamm der Osage, der Ureinwohner, hat zwar durch den Verkauf des Landes Reichtum erworben, wird aber von den Weißen systematisch betrogen und unterdrückt. Kopf der üblen Machenschaften ist William „King“ Hale (Robert de Niro), der nach außen ein freundschaftliches Verhältnis mit den Osage pflegt, ihre Sprache spricht und sich als Gönner inszeniert. Als sein einfältiger und gieriger Neffe Ernest Burkhart (Leonardo di Caprio) in die Stadt kommt, schlägt er diesem eine Heirat mit Mollie, einer der Töchter einer Osage-Familie vor (Lily Gladstone). Die beiden heiraten und haben drei Kinder, aber nach und nach sterben die Mutter und alle Schwestern von Mollie durch grausame Morde, mysteriöse Krankheiten…

Soweit der Teaser und die Vorgeschichte; es würde den Rahmen sprengen, hier alles nachzuerzählen. Damit sind wir schon bei einem wunden Punkt: das Filmepos hat mit 206 Minuten schon eine wirklich anstrengende Länge (wir haben „Oppenheimer“ noch im Sitzfleisch). Trotzdem kann ich den Film empfehlen. Die Schauspieler sind überzeugend, die Bilder dieses alternativen Westerns sind schön und grausam, und der Film setzt sich mit einem schwierigeren Kapitel der amerikanischen Geschichte auseinander.

Vertiefen kann man das Thema indigene Amerikaner übrigens auch im Museum of the American Indian in New York. Das setze ich mal auf die To-Do-Liste für 2024. Für Euch hier der Trailer.

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