Wenn ich den hässlichsten Platz New Yorks küren dürfte, – ja, let‘s face it, alle Städte haben hässliche Plätze. Man denke nur an die Gegend um den Gare du Nord in Brüssel, das inzwischen zugeschüttete Bonner Loch oder auch den Alexanderplatz, ganz zu schweigen von den vielen kleineren und größeren Schmuddelecken, die sich an schlecht aufgeräumten Baustellen, in dunklen Durchgängen oder rund um (Bus-)Bahnhöfe bilden – also, wenn ich den hässlichsten Ort New Yorks benennen dürfte, dann hätte der Times Square bestimmt gute Chancen.
Leider kann man ihn nicht immer umgehen: Unter der Erde kreuzen sich 16 Subway-Linien (laut Angaben der MTA wurden 2022 45 Millionen Fahrgäste an dieser Station gezählt), über der Erde kreuzen, oder besser: schneiden sich Broadway und 7th Avenue, so dass die Form einer „Bowtie“ oder (Anzug-)Fliege entsteht. Der Autoverkehr wurden in den letzten Jahren zugunsten der Fußgänger zurückgedrängt, so dass im Durchschnitt laut der Website TimesSquareNYC.org täglich fast 380.000 Menschen zu Fuß und weitere 115.000 per Auto oder Bus den Platz überqueren.
Kurz noch den Blick nach oben gerichtet. Dort sieht man an allen Fassaden ständig wechselnde, übergroße LED-Werbetafeln, die zur sinnlichen Überforderung beitragen. Lärm, Rempeleien, fotografierende Touristen, als Filmfiguren verkleidete Kleinkünstler, stinkende Fressbuden, Demonstrationen, sich drehende Selfie-Spots, ein Recruiting Center der US Streitkräfte tun ihr Übriges. Trotzdem (oder deswegen?) – der Times Square und die ganze Gegend bleiben ein Anziehungspunkt für Touristen, Besucher der Broadway Shows und Geschäfte aller Art.

In der Geschichte des Times Square, an dem die New York Times seit 1905 ihren Hauptsitz hatte, ist das gemischte Image übrigens alles nichts Neues. Geblieben ist aber seit über hundert Jahren die Tradition, dass zum Jahreswechsel ein silberner Ball, der New Year’s Eve Ball, nach unten schwebt und in alle Welt übertragen wird
Und jetzt dürft Ihr raten, was wir wir an Silvester nicht machen werden.
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