Noch ist nicht entschieden, was an Weihnachten bei uns auf den Tisch kommt. Die klassische Weihnachtsgans wird es wohl nicht, das Fondue entfällt mangels Ausrüstung und williger Esser auch. Und an den interessierten Mitessern könnte auch der Festtags-Vorschlag der konsultierten Fachliteratur scheitern, eines in der Nachbarschaft von einer Hausmauer aufgegabelten „Real Simple“ Magazins. Dieses schlägt für den Heiligabend Austern mit Pepperoncini-Mignonette, Pasta mit Schalentieren und zum Hauptgang einen marinierten Lachs vor.
Hummer ist bei diesen Rezeptvorschlägen nicht dabei, es gibt aber genügend Orte in New York, an denen man seine Lobster-Roll erstehen kann – wir wohnen ja schließlich am Meer. Zumindest einen dieser Orte, den Lobsterplace im Chelsea Market an der Highline, habe ich schon mehr als einmal getestet und kann ihn Muschel- und Fischfreunden grundsätzlich auch weiterempfehlen. Unser erster Besuch dort liegt übrigens schon mehr als zehn Jahre zurück, weshalb für uns die dort zubereitete Fischsuppe vor allem mit einer Prise Nostalgie gewürzt war.
Austern wiederum könnte man am Lobsterplace selbstverständlich auch verzehren. Persönlich würde ich aber sagen: Das Tier ist auf dem Teller überschätzt; man schmeckt hauptsächlich Salz und Zitrone. Nichts desto trotz, die Austern stehen auch bei vielen amerikanischen Restaurants auf der Speisekarte und werden, natürlich nicht umsonst, gerne verzehrt.
Und wie nachhaltig ist der Genuss? Die Kurzrecherche ergibt: Austern von Austernfarmen sind ok, beim Lobster muss man schon etwas mehr aufpassen, weil mit Hummerfallen auch Korallen, Schwämme und andere Meerestiere gefangen werden. Angeblich gibt es aber auch zertifizierten Hummer, der in besseren, zielgenaueren Fallen gefischt wird.
Immerhin gehören für New York (state) beide Sorten Seafood zum lokalen Speiseplan. Mit einer Reihe von Einschränkungen und entsprechender Erlaubnis können Muscheln z.B. rund um Long Island geerntet werden. Zugleich scheint es ohne „Wiederaufbauhilfe“ nicht zu gehen. In NYC gibt es zum Beispiel das „Billion Oyster Project“, das Austernriffe im Hafen von New York aufbaut, um die fast verschwundene Austernpopulation wieder aufzubauen.
Also, an Weihnachten nicht übertreiben mit Meerestieren.

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