Brooklyn Bridge

Brooklyn Bridge

Einige Brücken gab‘s ja in diesem Blog schon; zu der naheliegendsten, der Brooklyn Bridge, habe ich mich aber noch gar nicht näher ausgelassen. Und das, obwohl sie seit ihrer Eröffnung im Mai 1883 zu den Wahrzeichen Manhattans zählt und wir sie schon bei gleißendere Sonnenschein, bei Nebel und Regen, zum Sonnenaufgang, zu Fuß und mit Fahrrad überquert haben.

Als erste Brücke über den East River hat die Brooklyn Bridge Baugeschichte geschrieben:

Sie war bei der Errichtung die längste Hängebrücke weltweit, obwohl sie genau genommen eine Mischung aus Schrägseil- und Hängebrücke ist, die durch zwei gemauerte Pfeiler getragen wird. Die Spannweite beträgt knapp 490 Meter und die Gesamtlänge (also einschließlich die langen Auffahrten von beiden Seiten) ist über 1800 Meter.

Auch mit ihrer Höhe überragte die Brücke zur Zeit ihrer Erbauung die umliegenden Häuser. Damit auch Schiffe unter ihr passieren können – der Schiffsverkehr war zu dieser Zeit noch sehr intensiv -, verläuft die Fahrbahn auf über 40 m Höhe. Die Pfeiler ragen natürlich noch höher in den Himmel, auch wenn sie heutzutage von den Wolkenkratzern um ein mehrfaches überragt werden. 

Auch die Tiefe der Konstruktion ist bemerkenswert. Da der East River kein Fluss, sondern ein Meeresarm mit Gezeiten ist und die Baugruben für die Pfeiler bis zu 23 Meter tief waren, waren die Bauarbeiten aufwändig und risikoreich. Insgesamt waren 6000 Arbeiter an dem Bau beteiligt, 27 von ihnen kamen zu Tode. Besonders gefährlich war die Arbeit in den Senkkästen, die auf engem Raum, bei extremem Druck und hohen Temperaturen durchgeführt werden musste. Viele der Bauarbeiter erkrankten dabei an der Taucherkrankheit.

Auch der aus Deutschland eingewanderte Ingenieur Johann August Röbling, der die Brücke geplant hatte, starb noch bei den Vorarbeiten an einer Tetanus-Infektion, die er sich bei einem Unfall mit einer Fähre zuzog. Sein Sohn Washington Röbling übernahm die Arbeiten, erkrankte aber schon früh in der Bauzeit an der Taucherkrankheit und konnte den Baufortschritt nur noch von zu Hause aus mit dem Fernrohr und aus dem Rollstuhl verfolgen.

So kam es, dass bei der Erbauung der Brooklyn Bridge eine Frau eine entscheidende Rolle spielte: Emily Röbling übernahm die Bauleitung und führte das Großprojekt zu einem erfolgreichen Ende.

Heute ist die Brücke immer noch ein Schmuckstück New Yorks, das man auf jeden Fall besuchen sollte – am besten zu Fuß und vielleicht auch bei Dunkelheit oder Regen.

Mehr über die Historie der Brooklyn Bridge kann man im Podcast Geschichten aus der Geschichte Folge 346 „Die längste Hängebrücke der Welt“ hören – herzlichen Dank für diesen Tipp!)

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