Rückblick auf einen ungewöhnlichen Heiligabend

Rückblick auf einen ungewöhnlichen Heiligabend

So, mit Beginn des neuen Jahres versuche ich, meine Federn wieder ein bisschen zu spreizen (Entschuldigung, mit den Metaphern klemmt es noch ein wenig), und neben Bildern auch wieder ein paar Worte auf die Bildschirme zu zaubern. Über die Weihnachtstage habe ich etwas Energie getankt und ein paar Sachen erlebt, die ich mit Euch teilen kann. Gelegentlich werde ich aber 2024 die Rubrik „ohne Worte“ weiterführen und Euch und mir eine kleine Pause gönnen.

Die ersten Weihnachtsbäume liegen schon auf dem Müll, aber die hochheilige Weihnachtszeit hält noch an. Deshalb erlaube ich mir zum Jahresbeginn erst einmal einen Rückblick auf einen durchaus speziellen Heiligabend, den wir mit der Familie gefeiert haben.

Da die angereisten Töchter noch ein wenig Weihnachtsstimmung mitbekommen wollten, und ich mir vage auch noch kleine Ergänzungen zu den Geschenken vorgestellt habe, sind wir tatsächlich am Nachmittag des 24. Dezember zum Rockefeller Center gefahren. Keine gute Idee! Dass wir dort alleine sind, haben wir natürlich nicht erwartet, und dass wir nahe an den Weihnachtsbaum herankommen auch nicht. Einmal vorbeischlendern und dann mit der Subway zum Washington Square, wo öffentliches Carroll-Singing stattfinden sollte – das war der Plan. 

Tatsächlich fanden wir uns irgendwann in der Fifth Avenue wieder, wo die Menschenmassen immer dichter und dichter wurden. Man konnte sich wirklich nur noch vom Strom mitziehen und hin und her drücken lassen – ein Horror für Familien mit kleinen Kindern, und lebensgefährlich auch für Erwachsene. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert. Wir haben uns alle gesund wieder gefunden und konnten und etwas später als geplant auf den Weg ins südliche Manhattan machen. 

Wir kamen also am Triumphbogen des Washington Square an, als das Singen schon länger zu Gange war – allein hören konnten wir davon (fast) nichts.  Eine Pro-Palästina-Demonstration lief genau an dem Bogen vorbei und störte die weihnachtliche Veranstaltung bis zum Ende durch laute Parolen und Gehupe.

Als i-Tüpfelchen kam dann noch die Rückfahrt in der Subway dazu: Genau auf dem Streckenabschnitt unter dem East River kam unsere Bahn zum Stehen. Nach einigen Minuten Wartezeit kam dann die Durchsage „Trackfire“ und nach weiteren langen Minuten lief der Fahrer außen an den Waggons vorbei, um den den Zug anschließend langsam und unter ständigem Hupen nach Manhattan zurückzufahren.

Wir sind dann mit einer anderen Linie nach Hause gekommen; das Essen gab es etwas später und der Abend wurde noch schön – aber eine neue Weihnachtstradition müssen wir aus dieser Mischung nicht machen.

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