Die Kinosaison ist in vollem Gange – die Golden Globes sind gerade durch, auf die Berlinale im Februar und die Oscars (Nominierungen am 23. Januar) warten wir noch – und wir wollen natürlich auch mitreden. Abgesehen von überwiegend lästigen oder peinlichen Weihnachtsfilmen (Holidates zumindest mit einem Crash-Kurs durch die amerikanischen Feiertage) haben wir uns zum Beispiel Maestro, das Biopic über Leonard Bernstein, angeschaut. Im Kino, wo man auch hierzulande mehr vom Film hat, haben wir zuletzt und mit Begeisterung „American Fiction“ gesehen.
Der Film handelt von einem afroamerikanischen Professor Thelonious „Monk“ Ellison in Los Angeles, der zugleich Autor mehrerer gelobter, aber wenig verkaufter Romane ist. Als er in seinen Seminaren mit Studierenden über Rassismus aneinandergerät, legen ihm die Kollegen – nicht frei von Vorurteilen – nahe, eine Pause einzulegen und sich bei seiner Familie in Boston dem Schreiben zu widmen. Doch auch dort erwarten ihn einige Herausforderungen: Die Mutter wird zunehmend dement, die Schwester, eine Ärztin, erleidet einen Herzinfarkt, der Bruder lebt nach einer geschiedenen Ehe mit wechselnden Männern zusammen und kämpft mit Drogenkonsum.
Und auch das Schreiben bleibt erfolglos, bis Monk aus Frustration und Trotz einen klischeebeladenen typischen „schwarzen“ Roman mit dem Titel „My Pafology“ schreibt. Der Verleger veröffentlicht das Manuskript unter dem Pseudonym Stagg R. Leigh – und es wird zum Kassenschlager. Sogar die Filmindustrie und ein Literaturpreis winken. Schwierig nur, dass Monk selbst in der Jury sitzt…
Mehr sei hier nicht verraten; ich hoffe, der Film kommt auch in Deutschland in die Kinos, so dass ihr ihn anschauen könnt. Auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob sich der Inhalt und die teilweise witzigen Dialoge einfach übersetzen lassen. Hier in Brooklyn hat das bunt gemischte Kinopublikum auf jeden mehrfach laut gelacht, wenn auch manchmal mit schmerzverzerrtem Gesicht.
Also: Don‘t miss!

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