Vom Wochenende zum Feiertag: heute ist MLK-Day. Und wer das Kürzel in der Überschrift nicht auflösen kann: heute, am dritten Montag im Jahr, wird der Martin Luther King Day begangen. In diesem Jahr fällt der Feiertagstermin exakt auf das Geburtsdatum des Bürgerrechtlers, der am 15. Januar 1929 geboren und am 4. April 1968 ermordet wurde. Er hat durch gewaltfreien Proteste, Reden und Predigten den Kampf der Afroamerikaner gegen Rassentrennung und soziale Ungerechtigkeit zu einer breiten Bewegung gemacht. Als gläubiger Christ und Bewunderer Mahatma Ghandis setzte er dabei auf zivilen Ungehorsam und wurde für seine Aktivitäten im Jahr 1964 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.
Kings Leben und Wirken ist sicher einen eigenen Eintrag wert – ich habe aber gerade erst angefangen, eine Biographie zu lesen und verschiebe das auf später. Stattdessen will ich heute auf die Geschichte des Feiertags eingehen.
Erste Kampagnen für eine Ehrung von MLK durch einen Feiertag gab es schon bald nach seinem Tod. Es war schließlich Präsident Ronald Reagan, der 1983 ein Gesetz unterzeichnete, mit dem der Geburtstag Kings zum nationalen Feiertag erklärt wurde. (Bis zur Beachtung in allen Staaten dauerte es weitere zwanzig Jahre).
Vorangegangen waren heftige Debatten über die Kosten eines Feiertags, ob King als Einzelperson, die zudem nie ein öffentliches Amt bekleidet hat, einen solchen Gedenktag verdient hat. Auch seine angebliche Nähe zu Kommunisten und die kritische Haltung zum Vietnam-Krieg wurden King von republikanischen Gegnern des MLK-Day vorgehalten.
Dass die Abstimmungen in beiden Häusern letztlich klar zugunsten des Feiertags-Gesetzes ausfiel ist auch auf die breite Unterstützung der Bevölkerung für die Einführung eines Feiertags zurückzuführen Eine wesentliche Rolle spielte dabei auch Stevie Wonder und sein Lied „Happy Birthday“. – Für mich war das eine Entdeckung; Das „Happy Birthday“ habe ich zwar schon oft genug mitgesungen, aber den Rest der Lyrics habe ich noch nie richtig beachtet – dabei werden sowohl der Name Martin Luther King genannt als auch die Forderung nach einem Gedenktag deutlich angesprochen:
It should be a great event
And the whole day should be spent
In full remembrance
Of those who lived and died for the oneness of all people.
Wieder etwas gelernt! Wie der morgige Feiertag sich in New York tatsächlich auswirkt, werde ich sehen. Die Bibliotheken bleiben auf jeden Fall geschlossen. Aber ich habe meine passende Lektüre schon, und werde das Geburtstagsständchen diesmal mit Aufmerksamkeit für den Text summen.

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