Nachdem ich anlässlich des Martin Luther King Days ein wenig angefangen habe über die Bürgerrechtsbewegung zu lesen, muss ich nun doch einmal feststellen, dass sich in den letzten fünfzig Jahren schon Einiges zum Besseren entwickelt hat. Ok, ich gehöre nicht zu den Black Americans und bin daher auch nicht persönlich mit Alltagsrassismus konfrontiert. Ich bin auch in New York, in Brooklyn, und nicht in den Südstaaten auf dem Land. Und ja, mir fallen Themen ein, wo es sicher noch Nachholbedarf gibt. Medizinische Versorgung, Bildung, natürlich spielt auch die Verteilung von Geld und Einkommen eine Rolle.
Aber in Kunst und Kultur der Gegenwart ist der Einfluss der Black Community immens. Jazz, Tanz, Oper, Literatur, überall sind Künstler:innen mit afroamerikanischen Wurzeln ganz vorne dabei. Gleiches gilt für die Malerei, und deshalb wollte ich heute noch einmal auf zwei Ausstellungen zu sprechen kommen, die dieser Tage zu Ende gehen.
Zum einen ist das die Ausstellung mit Malereien von Henry Taylor im Whitney Museum, die ich schon einmal kurz erwähnt habe. Auch beim zweiten Besuch fand ich Taylors Werke – überwiegend Portraits, aber auch ein paar Skulpturen – sehenswert. Taylor malt mit breiterem Strich und impulsiv; die Menschen, die er darstellt, wirken lebendig und authentisch. Immer ist auch der Kontext der abgebildetes Personen wichtig. Eine Reihe von Bildern greift auch politische Themen auf. Inspiriert durch Zeitungsartikel oder Fotos malt er zum Beispiel ein nur scheinbar harmloses Detail eines Autos ab. Tatsächlich setzt er sich mit einem Vorfall auseinander, bei dem ein Black American von weißen Suprematisten an ein Auto gekettet und zu Tode geschleift wurde. Gemalt ist das Bild aus der Perspektive des Opfers.
Dagegen ist die zweite gerade zu Ende gegangene Einzelschau der Frick Collection mit Werken von Barkley L. Hendricks sehr viel positiver. Die kleine, aber feine Ausstellung umfasste ausschließlich Portraits, auf denen die afroamerikanischen Personen in ihrer Schönheit gefeiert werden. Die Hintergründe sind monochrom, oft in der gleichen Farbe wie die Kleidung der dargestellten Personen; mehr als einmal hat Hendricks auch die gleiche Person aus unterschiedlichen Richtungen gemalt. Sehr beeindruckend ist zum Beispiel ein Bild mit vier weiß gekleideten Frauen vor weißem Hintergrund. Erstaunlich, wie viele unterschiedliche Schwarz/Braun- und Weißtöne man erkennen kann.




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