Heute morgen war es endlich so weit: Nachdem es die Nacht durch leicht, aber kontinuierlich geschneit hat, konnte die New York Times das Ende der über 700 Tage dauernden Periode ohne nennenswerten Schneefall im Central Park vermelden. Wir haben den Winter natürlich gleich gestern noch gefeiert und den ersten nächtlichen Kurzspaziergang gemacht, um nur ja nichts zu verpassen. Und heute morgen sind dann diejenigen von uns, die sich ihre Schreibtischzeiten selber aussuchen können, zu einer längeren Wanderung durch das verschneite Brooklyn aufgebrochen – man weiß ja nie, wie lange die Pracht sich hält.
Bis wir die Brooklyn Bridge erreicht haben, war aus dem Schnee allerdings schon wieder Regen und Glatteis geworden, so dass wir diesmal eher nach Manhattan gerutscht als gelaufen sind. Doch durch so ein bisschen Wetter lässt man sich hierzulande nicht so schnell von seinen Plänen abbringen.
Das haben sich wohl auch die republikanischen Wählerinnen und Wähler in Iowa gedacht, die sich am Montag bei Schnee und Eiseskälte nach draußen begeben haben, um an den Vorwahlen teilzunehmen. Zwar war die Beteiligung insgesamt deutlich geringer als von den Meinungsforscher:innen vorhergesagt, aber vor allem Donald Trump hat es offensichtlich geschafft, seine Unterstützer:innen an die Wahlurnen zu bringen. Über 50 Prozent der Wählerinnen und Wähler haben ihm seine Stimme gegeben. Die innerparteilichen Gegner Ron DeSantis (21%) und Nikki Haley (19%) blieben weit abgeschlagen. – Und das, obwohl Trump in zahlreichen Verfahren vor Gericht steht und bislang an keiner einzigen Fernsehdebatte der Republikaner auch nur teilgenommen hätte.
Schon am 23. Januar sind die nächsten Vorwahlen; diesmal in New Hampshire, wo nicht nur die Republikaner unter sich ihren favorisierten Kandidaten für das Präsidentenamt wählen (caucus), sondern Demokraten und Republikaner parallel über ihre Kandidaten entscheiden (semi-open primary) und auch unabhängige Wähler stimmberechtigt sind.
Etwas andere Voraussetzungen also, aber ich glaube wir müssen uns bis dahin warm anziehen.
Letzteres gilt übrigens auch für das Wetter. Es hat wieder angefangen zu schneien – und die Temperaturen sollen auch in New York unter Null Grad Celsius bleiben.

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