Wie groß die Freuden des Reisens sind, erfahre ich gerade auf dem Flughafen – lange Schlangen bei den Kontrollen, verspätetes Flugzeug, nicht erreichbarer Anschlussflug. Auch die Fahrt zum JFK-Flughafen ist nicht gerade erbauend. Da ist es doch schön, wenn man sich zwischendurch besuchen lassen kann und die beschriebenen Reisestrapazen den New York-Reisenden überlässt.
Falls Ihr aber vorhabt, über Newark anzureisen und Euch in Manhattan abholen lassen wollt, dann macht Euch auf den kompliziertesten Bahnhof der Welt gefasst. (Ok, Mumbai Central Station kenne ich nicht, kann ich mir aber auch als schwierig vorstellen, und auch der Berliner Hauptbahnhof kann eine Herausforderung werden, wenn man sich mit Berlin-Unkundigen dort treffen will.) Superlativ hin oder her, die Penn Station, kurz so genannt, weil der ursprüngliche Bahnhof von der Pennsylvania Railroad Gesellschaft gebaut wurde, ist groß, komplex und hässlich.
Groß, weil vor der Pandemie an Werktagen dort rund 600.000 Passagiere ein-, aus- oder umgestiegen sind. Das heutige Areal reicht von der siebten bis zur achten Avenue und von der 31. bis zur 33. Straße.
Kompliziert, weil in dem Bahnhof mehrere Bahngesellschaften ihre Züge in eigenen Teilbahnhöfen halten und abfahren lassen und der Schienenverkehr über sieben Tunnel auf unterschiedlichen Ebenen abgewickelt wird. Neben Amtrak, der Eigentümerin des Bahnhofs und Betreiberin von Intercity-Verbindungen Richtung Nord, Süd und Upstate New York, sind auch die Regionalgesellschaften Long Island Railsroad (LIRR) und New Jersey Transit (NJT) dort beheimatet.
Und hässlich, weil das schöne alte oberirdische Gebäude mit Stahlkonstruktion in den 1960er Jahren abgerissen und durch eine Sportarena, den heutigen Madison Square Garden, ersetzt wurde. Die Proteste von Architekten halfen da leider wenig; die Macht des Marktes war einfach stärker.
Doch ich will mich nicht in der Geschichte verlieren, sondern verrate lieber noch, wo wir unseren – nach mehreren beinahe gescheiterten Abhol-Aktionen – unseren Treffpunkt haben: in dem Amtrak Concourse, der nur im ersten Untergeschoss ist, und da in der Mitte des großen Ovals, in der Nähe des Starbucks. Ich hoffe es klappt.
(Das Foto zeigt übrigens den schönsten und neuesten Teil der Penn Station.)

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