New York zeigt sich nicht von seiner besten Seite: es regnet, Kaffee und Tee sind teuer wie eh und je, mein Kulturprogramm hat noch nicht wieder Fahrt aufgenommen. Da bleibe ich doch gedanklich noch ein wenig im schönen Europa, genauer in Wien.
Auch dort habe ich im Vorübergehen ein paar Kulturereignisse mitgenommen oder zumindest von Ferne beobachtet.
Zum Beispiel Oper. Die Wiener Staatsoper hat mich diesmal vom Programm her nicht so überzeugt, aber dafür gab es während meines Wien-Aufenthalts das Großereignis des Jahres: Am letzten Donnerstag vor Aschermittwoch (in anderen Gegenden der Welt auch als Weiberfastnacht bezeichnet) findet der Opernball statt. Mit zweieinhalbtägiger Umbaupause vorher (immerhin müssen sämtliche Sitzplätze aus- und ein Tanzboden eingebaut werden), A-, B- und C-Promi-Auflauf, Jungdamen- und Herrenkomitee (im Bewahren 200-Jahre alter Bräuche macht den Wienern so schnell niemand etwas vor!) und allerlei Trubel in der Stadt, von Ballkleidern in den Schaufenstern über Berichterstattung in verschiedenen Medien und Schaulustigen am roten Teppich vor dem Opernhaus.

Eine musikalische Darbietung habe ich mir in Wien dann allerdings doch noch gegönnt, und zwar in der Volksoper, wo ich es jetzt endlich mal in eine Inszenierung der „West Side Story geschafft habe – ausgerechnet in Wien! Ein bisserl komisch ist es schon, wenn die Schauspieler überwiegend weiß sind und deutsch sprechen oder bei den im englischen Original gesungenen Liedern ihren deutschen Akzent nicht ganz verbergen können. Aber sei‘s drum.
Mein anderes Kulturerlebnis in Wien war dann schon ortstypischer: Im Stephansdom bin ich zu zufällig in den Genuss einer Aufführung einer Mozart-Messe gekommen. Erst dachte ich, dass in der Sonntagsmesse Musik vom Band eingespielt wird, doch der Blick in das Seitenschiff hat bestätigt, das dort ein leibhaftiger Chor und ein ganzes Orchester stehen und sitzen und Musik ad maiorem Dei gloriam machen. Schön! (Und eine nette Erinnerung an eine Chorreise, die mich vor knapp 20 Jahren auch schon in den Stephansdom geführt hat.)
Und weil ich die Musik hier nicht wiedergeben kann, gibt es hier noch einen Blick auf einen Seitenaltar im Stephansdom und den beeindruckenden Spieltisch der Riesenorgel.



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