Aller Guten Dinge sind drei. In diesem Sinne gibt es jetzt noch einen dritten und letzten Rückblick auf Wien, während ich mich in New York re-akklimatisiere (Kalter Wind, huh!). Heutiges Schwerpunktthema ist die Kunst, denn auch Wien hat ja diesbezüglich Einiges zu bieten. Nicht nur den Helm des Skanderbeg, der im Kunsthistorischen Museum ausgestellt wird, und mir Gelegenheit gibt, auf den hier beginnenden Roman „Die Erweiterung“ von Robert Menasse hinzuweisen. Ob der Helm und das kunsthistorische Museum eine Besichtigung wert sind, kann ich nicht beurteilen, aber den Roman – eine EU-Geschichte – kann ich durchaus empfehlen.
Ich habe mich bei diesem Wien-Aufenthalt eher den bekannteren Museen gewidmet. Dazu gehören die Albertina modern und die Wiener Secession. Letztere ist eigentlich als typischer Jugendstilbau von außen im Stadtbild schon Ausstellungsstück genug. Von innen ist der Beethovenfries immer wieder einen Blick wert, vor allem, wenn man dazu die angebotenen Kopfhörer auf den Kopf setzt und sich den letzten Satz der 9. Symphonie anhört, die von Gustav Klimt hier bebildert wurde. Die (im Februar) aktuelle Wechselausstellung hat mich dagegen diesmal nicht besonders beeindruckt.

In der Albertina modern war leider als ich da war die Ausstellung „The Beauty of Diversity“, die mich sehr interessiert hätte (läuft jetzt und noch bis Mitte August 2024) noch in Vorbereitung. Vielleicht schafft es ja jemand von Euch dort hinein? Gezeigt wurden dagegen Werke von Herbert Boeckle und Oskar Kokoschka, zwei österreichischen Künstlern des Expressionismus, die sich trotz ähnlicher Lebensdaten ganz unterschiedlich mit den politischen Umständen auseinandergesetzt haben. Während Kokoschka aus politischen und wirtschaftlichen Gründen Österreich 1934 verlässt und seine Kunst als „entartet“ bezeichnet wird, ist der acht Jahre jüngere Boeckl eher angepasst. Zeichnen und malen konnten aber beide.
Genug zu sehen gibt es aber auch, wenn man einfach durch die Straßen Wiens läuft. Angetan haben es mir zum Beispiel die zerzausten jungen Damen unter dem gelangweilt-melancholischen Blick des bärtigen Mannes (Gott??); auch weil hier irgendwie nichts passt: Wo ist das „Wir“? Warum „Welt-Eroberung“? Oder die drei Damen mit tragenden Aufgaben. Oder die Barockstatue des heiligen Nepomuk, der (als Kopie) in einem „Durchhaus“ zu sehen ist.




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