Nachdem der Regen sich heute wieder verzogen hat, sieht die Welt schon gleich wieder ein bisschen freundlicher aus. Und auch wenn die politischen Aussichten düster bleiben: Die Bibliothek hat viele lesenswerte Bücher über US-amerikanische Politik und Geschichte und veranstaltet zum Beispiel mit dem Center for Brooklyn History (CBH) im April einen Gesprächsabend mit dem Thema „Could it Happen Here? America‘s Illiberal History, Fascism, and the Thin Line Between them.“ Ich habe mich schon einmal angemeldet.
Das bringt mich darauf, dass ich kurz vor meinem Aufbruch nach Europa eigentlich schon einmal über das CBH berichten wollte. Mitte Januar, als hier gerade tiefster Winter war, hatte das Center of Brooklyn History zur großen Party eingeladen. Anlass war, dass das CBH in der jetzigen Form erst 2021 als ein Zusammenschluss zwischen der Brooklyn Public library und der Brooklyn Historical Society neu eröffnet wurde und sich so erstmals nach der Pandemie einem breiten Publikum vorstellen wollte.
Bei dem ersten „Salon“ wurde ein buntes Kulturangebot dargeboten, das die ganze Vielfalt von Brooklyn einfangen sollte: Gesang und Tanz, Opernarien und Gedichtvorträge, Podiumsdiskussion, Subway-Akrobaten und eine Wahrsagerin. Dazu gab es Champagner zum Anstoßen und kleine Snacks – natürlich in guter amerikanischer Tradition alles aus Plastikbecher und Wegwerfgeschirr. Aber die Stimmung war gut und der Zuspruch groß!
Gleichzeitig hatte man über das Programm hinaus die Gelegenheit, einen Blick auf die Fotoausstellung an den Wänden zu werfen und in den beeindruckenden alten Lesesaal der in das Center integrierte Othmer Library zu kommen. Dort kann man an normalen Tagen nach vorheriger Anmeldung in alten Dokumenten, Zeitungen, Karten und Fotos stöbern. Bei dem Salon war der Lesesaal die Kulisse für eine Lesung der Dichterin Nicole Sealey, die aus ihrem Band „Ordinary Beast“ vorgetragen hat. Wahrscheinlich bräuchte man sowohl für die Gedichte als auch für den Lesesaal noch einmal eine ruhige Minute, um sie wirklich würdigen zu können.
Aber dazu habe ich ja noch ein oder zwei Gelegenheiten.


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