Das öffentliche Transportmittel in New York City, das die wahrscheinlich die kürzeste Strecke zurücklegt (der Shuttle Train zwischen Franklin Av und Prospect Park folgt dicht danach), ist wahrscheinlich auch das spektakulärste; es führt nämlich durch die Luft. Die Rede ist hier von der als Tramway bezeichneten Gondel, die Insel Manhattan mit dem sehr viel kleineren Roosevelt Island im East River verbindet.
Diese Insel hieß ursprünglich einmal Minnahannock und lief dann nach mehreren Eigentums- und Namenswechseln längere Zeit unter „Blackwell‘s Island“. Im Jahr 1828 wurde sie von der Stadt New York gekauft, damit dort Gefangene und Kranke in ausreichender Entfernung von der wachsenden Stadt untergebracht werden konnten. Nach dem Bau weiterer Krankenhäuser im 20. Jahrhundert folgte das nächste „Re-Branding“ und die Umbenennung in „Welfare Island“. Bis zu den späten 1960er Jahren waren die meisten alten Gebäude nicht mehr in Betrieb; die Insel wurde daher für bezahlbaren Wohnraum erschlossen und 1974 nach Franklin D. Roosevelt benannt.
Heute leben auf dem 0,6 Quadratkilometer großen Landstreifen rund 12000 Menschen. So wirklich charmant wirkte die Insel und ihre Bebauung bei meinem Besuch an einem grauen Tag nicht auf mich, aber die Lage, unter anderem die Nähe zu dem UN-Hauptquartier macht sie als Wohnraum sicher attraktiv. Ein paar moderne Gebäude eines College werten den optischen Eindruck auf jeden Fall auf. Ein weiteres Bauwerk dominiert die Insel außerdem: die Queensboro Bridge dominiert den Blick nach oben, auch wenn man sie von der Insel aus nicht erreichen kann. Sie bildet nur den Grund für einen ihrer Pfeiler.
An der Nord- und Südspitze befinden sich außerdem jeweils ein Park, den man zu Fuß oder mit Fahrrad erreichen kann. Leider war ich diesmal zu spät dran, um noch an das südliche Ende zu gelangen. Von hier aus hat man sicher einen guten Blick Richtung südliches Manhattan und Brooklyn.
Fazit: Wohnen würde ich auf der Insel wohl nicht so gerne, aber einen Besuch ist sie schon wert – demnächst werden auch eine Reihe von Kirschbäumen in voller Blüte stehen. Für die Anfahrt empfehle ich die Gondel und nicht die Subway-Linie F, mit der man tatsächlich auch auf die Insel gelangen kann. Ähnlich wie bei der Staten Island Fähre ist die kurze Fahrt eine günstige Gelegenheit, um einen schönen Blick auf die Skyline zu haben, diesmal von oben.


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