Design Museum

Design Museum

Es gibt ja immer noch ein paar unerforschte Museen auf meinem New Yorker Stadtplan. Ich habe es noch nicht genau durchgerechnet, aber wenn ich jede Woche nur eins auf dem Programm habe, dann dürfte es schon eng werden. Aber ich lasse das mal locker auf mich zukommen.

Genauso locker haben wir uns an einem Werktag in dieser Woche eine knappe Stunde vor der Schließung in das Cooper Hewitt Smithsonian Design Museum (https://www.cooperhewitt.org) an der Museumsmeile, ganz in der Nähe des Guggenheim Museums aufgemacht. Viel recherchiert hatten wir vorher nicht, aber dass in der letzten Stunde des Öffnungstages das Pay-What-You-Wish Verfahren gilt, hat zu der Entscheidung beigetragen. Hätten wir mehr gelesen, dann hätten wir wahrscheinlich auch gemerkt, dass aktuell nur die Hälfte des Museums zugänglich ist – wie fast überall wird derzeit an einer neuen Ausstellung gearbeitet.

Für die 45 Minuten genug Stoff bot aber eine Sonderausstellung der britischen Künstlerin und Bühnenbildnerin Es Devlin. Im oberen Stockwerk des Museums konnte man nach einem kurzen Einführungsfilm zu ihrer Arbeitsweise (sie nutzt jedes Papier, Buch, Noten, um sofort ihre Ideen in Worten oder Zeichnungen festzuhalten) zahlreiche Modelle von realisierten oder nicht realisierten Projekten sehen. Einigen von Euch, die die Carmen-Inszenierung der Bregenzer Festspiele besucht haben, werden z.B. die Hände mit scheinbar durch die Luft fliegenden Karten bekannt vorkommen (https://esdevlin.com/work/carmen-bregenz). 

Auch ansonsten hat Devlin ein paar ansprechende Bühnenbilder entworfen, z.B. eine Bühne mit zahlreichen Treppen für einen Don Giovanni oder eine Drehbühne, die durch eine Spiegelwand eine gedeckte Tafel vervollständigt bzw. ein Bett verdoppelt. Auch für verschiedene Konzerte von U2, Adèle, Kanye West hat Devlin die Bühne gestaltet; ebenso den britischen Pavillion der Expo 2021 oder eine Installation auf dem Hauptplatz des Lincoln Center. Keine schlechte Serie!

Zum restlichen Museum und der zweiten Ausstellung kann ich nicht viel sagen, weil wir nur noch hindurchgeeilt sind. Mit mehr Muße kann man das alte Gebäude, eine Villa mit 64 Räumen, die der Industriemagnat Carnegie um 1900 für seine dreiköpfige Familie gebaut hat, und den einladenden Garten sicher auch noch eines Blickes würdigen.

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Eine Berlinerin berichtet aus Brooklyn