Kriminalität

Kriminalität

Gar nicht witzig ist mein heutiges Thema.

Früher habe ich an dieser Stelle schon einmal geschrieben, dass ich mich in der Subway und in unserer Gegend im Allgemeinen sicher fühle, wobei Eines schon klar ist: Absolute Sicherheit gibt es in einer Großstadt mit 8,8 Mio. Einwohnern nicht. Nun aber wurde dieses Grundgefühl durch mehrere Vorfälle in der jüngeren Vergangenheit ein wenig hinterfragt.

So kam es am vergangenen Donnerstag in einer gut gefüllten Subway in Brooklyn Downtown zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung, in die zwei Männer und eine Frau verwickelt waren. Erst lautstark und mit Worten, dann handgreiflich und schließlich mit Waffen. In Zuge der Eskalation hatte der ursprüngliche Aggressor irgendwann eine Stichverletzung (verursacht durch die Frau?) und packte daraufhin eine Schusswaffe aus, mit der er schließlich von dem anderen Mann (in Selbstverteidigung?) lebensgefährlich verletzt wurde. Der ganze, insgesamt verwirrende Vorfall wurde gefilmt von anderen Passagieren, die selber möglichst große Distanz zu den Beteiligten gesucht haben; ein Mann hat zwischendurch – aber offensichtlich ohne nachhaltigen Erfolg – versucht, zwischen die Kontrahenten zu gehen. Und das alles just in der Woche, in der die Polizeipräsenz in den Zügen der Subway noch einmal verstärkt wurde.

Im Januar gab es schon einen Subway-Streit mit tödlichem Ausgang, bei dem ein an der Auseinandersetzung nicht Beteiligter, der versucht hatte einen Streit zu schlichten, erschossen wurde. 

Und Ende Februar wurde ein paar Minuten von unserer Wohnung ein Verkäufer in einem „Späti“ durch Schüsse getötet, offensichtlich, weil er nicht alle Wünsche des „Kunden“ erfüllen konnte oder wollte.

Gemeinsamkeit all dieser traurigen Fälle sind, das nicht kontrollierte Emotionen und die Verfügbarkeit von Schusswaffen eine lebensgefährliche Mischung gebildet haben. Dabei ist der Staat New York ja einer der strengeren. In NYC wurde erst 2022 die Regeln zum verdeckten Tragen von Schusswaffen etwas angepasst und im Sinne der Waffenbesitzer erleichtert. Vorangegangen war ein Urteil des Supreme Court zu einem Fall, in dem die New York State Rifle & Pistol Association sich mit ihrer Argumentation durchgesetzt hatte, dass die bis dahin geltende Erfordernis einer Begründung für das Tragen von Waffen in New York im Widerspruch zu dem 2nd Amendment steht. 

Mayor Eric Adams erklärt auf seiner Website ausdrücklich, dass er die erforderlichen rechtlichen Anpassungen gegen seine Überzeugung vorgenommen hat. So gibt es weiterhin Orte, an denen das Mitführen einer Waffe für Privatpersonen verboten ist, z.B. den Times Square – aber auch die Subway. Geholfen hat das in den genannten Fällen wohl nicht; es gibt ja dann auch immer noch ein Umsetzungsproblem.

Enden möchte ich diesen Beitrag aber dann doch mit dem Hinweis, dass man in New York City auch positive Erlebnisse in Sachen (Nicht-)Kriminalität gibt: Neulich ist eine Handtasche von einem von uns über eine Stunde lang auf einem Fahrradgepäcktrager liegen geblieben. Mit Geld, Schlüssel und Kreditkarte. Schön, wenn man es bei der Rückkehr einfach wieder findet!

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Berlin, Brooklyn, and beyond

Eine Berlinerin berichtet aus Brooklyn