Party Time im Guggenheim

Party Time im Guggenheim

Unser erster Besuch im Guggenheim Museum liegt ja schon ein Weilchen zurück, aber es gibt eine neue Ausstellung „Going Dark: The Contemporary Figure at the Edge of Visibility“ (Nun ja sie ist nicht mehr ganz neu, aber noch zu sehen bis zum 7. April 2024). Das alleine wäre wahrscheinlich Stoff genug für einen Post, aber das Guggenheim Museum wurde am Montag dieser Woche auch zur coolen Party Location – so, wie es hier zur Museumskultur anscheinend dazugehört.

Doch erst einmal zur „seriösen“ Ausstellung: In der immer wieder tollen Rotunde werden derzeit über 100 Werke von 28 Künstler:innen gezeigt, die überwiegend Black und zur mehr als der Hälfte weiblich sind. Das verbindende Element der gezeigten Werke – Fotografie, Skulptur, Malerei, Zeichnung, aber auch digitale Arbeiten und Nachbearbeitungen – ist, dass sie sich mit dem Verbergen und Nicht-Gesehen-Werden(-Wollen) befassen. 

So zeigen Schwarz-Weiß-Fotografien von Ming Smith zwar Personen in einer Stadtumgebung; häufig sind aber die Gesichter oder die ganzen Körper verwischt, so dass die Menschen gerade nicht vollständig gesehen werden können.

Faith Ringgold malt in ihrer Black Light Serie Portraits, in denen sie vollständig ohne weiße Farbpigmente auskommt – entsprechend genau muss man hinschauen, um die Gesichter auszumachen. 

Andere Werke zeigen Personen nur in der Rückenansicht oder konzentrieren sich auf den Hoodie oder den Schleier, so dass man die dargestellten Personen – häufig aus marginalisierten Gruppen – nicht erkennen kann.

Spannend war auch ein bearbeitetes Foto „Pledge“ von Hank Willis Thomas, bei dem die Museumsbesucher:innen ausdrücklich aufgefordert wurden, mit Blitzlicht zu fotografieren – erst dann werden die Personen auf dem Bild erst sichtbar. Natürlich musste ich da mitmachen; das Ergebnis seht ihr hier.

Und jetzt habe ich Euch noch gar nicht den ganzen Weg mit nach oben genommen, und doch müsst ihr gedanklich die Spirale schon wieder nach unten gehen, wo inzwischen die Musik spielt. Die Ausstellung war nämlich heute lediglich das Präludium zur Rotunda Dance Party mit Street Dance-Stars wie Kwikstep und Rokafella. Während die schicken Museums-Omas (no front, zähle mich ja auch fast dazu) vom Geländer aus filmen, zeigen Profis und Semi-Profis zu den am riesigen Mischpult gemixten Beats, welche Bewegungen sie vollführen können.

Und nach einer kurzen Show dürfen dann alle, die sich in dieser großartigen Umgebung trauen.

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