Zurück im ungemütlichen, weil nassen und schmuddeligen New York, schwelge ich noch etwas in den Erinnerungen an das saubere und aufgeräumte Washington D.C. – wohl wissend, dass wir in der Hauptstadt vor allem die große Kulisse gesehen haben.
Abgesehen von unserem Abstecher nach Georgetown, eine der beiden älteren Siedlungen, die in der nationalen Hauptstadt aufgegangen sind, haben wir uns im Wesentlichen auf der National Mall und den angrenzenden Straßen bewegt. Aber die Distanzen haben es in sich: Der Weg vom Lincoln Memorial am westlichen Ende der Mall bis zum US Congress sind es 4 km – fast ein km mehr als die Distanz zwischen Charlottenburger Tor und Brandenburger Tor im Tiergarten. Und am Wegesrand gibt es wesentlich mehr Ablenkungen: etliche Museen, botanischer Garten, in der Mitte des Weges das Washington Monument. Aber dafür, um noch ein wenig beim Vergleich mit dem Tiergarten zu bleiben, fehlen die Bäume: Der Obelisk und die außen herum gruppierten Flaggen das einzige „Hindernis“ in der Sichtachse.
Relativ freien Blick hat man im Prinzip auch auf den Garten des Weißen Hauses – allerdings waren an Ostern dort zahlreiche Zelte und riesige Ostereier aufgebaut. Und die Sperren rund um den Sitz des Präsidenten sind auch deutlich mehr geworden, seit ich nach meinem Abitur in Washington war. Von innen besichtigen könnte man es wohl trotzdem mit genügend Glück und Vorbereitung.
Wir haben es an einem unserer Reisetage aber immerhin bis in den US Congress geschafft. Mit frühem Aufstehen und etwas Anstehen beim Visitors‘ Center kann man immerhin eine Tour durch die Rotunde und ein paar allgemeine Räume ergattern. Für die Chambers von House und Senate müsste man mit seinem Abgeordneten Kontakt aufnehmen. Beeindruckend ist auf jeden Fall die schiere Größe des Gebäudes, das (mehr oder weniger) zusammen mit den jungen United States und dem District of Columbia geplant wurde. George Washington selbst, der erste Präsident der USA hat den Grundstein, gelegt. Dann gab es allerdings etwas Hin und Her (Auseinandersetzungen mit den Briten, Civil War, Vergrößerung der USA und des Congresses…) doch im Wesentlichen blieb das Wahrzeichen für das politische Washington unverändert. Dies und noch einiges mehr haben wir auf einer guten und auch witzigen Führung gelernt.
Auf eigene Faust haben wir uns dann auch noch in die Congress Library angeschaut. Noch ein pompöser Bau mit Kuppel ist die Library of Congress, eine der größten Bibliotheken der Welt. Schade, dass ich nicht im Lesesaal sitzen konnte.



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