Mitreißende Musik

Mitreißende Musik

Zweimal Musikprogramm hat uns an den vergangenen Abenden auf Trab gehalten und aus etwaiger Frühjahrsmüdigkeit aufgeweckt (das scheint ohnehin ein eher deutsches Konzept zu sein). Die jeweiligen Künstler:innen haben nämlich nicht nur mitreißend gespielt und gesungen, sondern auch versucht, das Publikum aktiv einzubinden.

Das erste Konzert fand am Freitag im Rubinstein-Atrium des Lincoln Center statt und war wie alle Veranstaltungen an diesem Ort kostenlos. Das hat aber der Qualität keinen Abbruch getan! Auf der Bühne war die afro-kubanische Gruppe OKAN (https://www.okanmusica.com/),  drei Frauen und zwei Männer. Vor allem die beiden Lead-Frauen, Elizabeth Rodriguez (Gesang, Violine) und Magdelys Savigne (Drums, Gesang) haben das Publikum mit viel Schwung, tollen Stimmen und Rhythmen mitgerissen. Die jetzt in Kanada beheimateten Musiker:innen haben überwiegend in spanischer Sprache, teilweise auch auf Englisch oder „Spanglish“ von bewegenden und auch sehr persönlichen Momenten in ihrem Leben erzählt: von Freuden und Sorgen der kubanischen Expats in Kanada, den gemischten Gefühlen während der Schwangerschaft, den Emotionen gegenüber dem geschiedenen Mann oder über Klatsch und Tratsch (Chu-Chu-Chu), den man lieber durch Tanz (Cha-Cha-Cha) ersetzen sollte. Auch wenn die Versuche, das sehr altersgemischte Publikum zum Mitsingen zu animieren nur punktuell erfolgreich waren – die Zuhörer:innen waren begeistert von einem abwechslungsreichen und für Augen und Ohren farbenfrohen Abend.

An anderem Ort, von anderen Künstlern, aber mit gewissen Parallelen ging es für uns am Samstag weiter: Im Kulturzentrum 92NY trat der südafrikanische Cellist und Sänger Abel Selaocoe mit seiner Gruppe Manchester Collective auf. Hinsichtlich der Klangfarben (Streicher, Gesang, Percussion) und Verbindung unterschiedlicher Stile waren die beiden Konzerte durchaus ähnlich. Die musikalische Bandbreite bei diesem Konzert war aber ebenso wie die Herkunft der Künstler noch vielfältiger. Von Purcell, Bach und Haydn Streichquartetten bis zum afrikanischen Obertongesang und freier Improvisation war alles dabei – mit fließenden, aber nicht aufgesetzten Verbindungen. Das Publikum hat animiert durch Selaocoe oder den Drummer kompliziertere Rhythmen geklatscht, oder zweistimmig mitgesungen und war begeistert. 

Auch in Europa und Deutschland tritt der unglaublich virtuose und vielseitige Cellist auf – Don‘t miss! Hörbeispiele und Konzerttermine gibt’s hier.

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