Das eine Naturschauspiel (Erdbeben) ist gerade erst vorbei, schon stellt sich das nächste (Sonnenfinsternis) ein. Noch ein paar Überflutungen und tote Ratten mehr, und ich beginne, an den nahenden Untergang der Welt zu glauben.
Aber nein, Sonne, Erde und Mond bewegen sich ganz nach Plan – und genau deshalb begegnen sie sich heute in einer Konstellation, die einen ganzen Streifen in den Nordamerika in den Schatten des Mondes stellen wird. Der Streifen der totalen Sonnenfinsternis führt zwar durch den Staat New York; in New York City wird die Sonne aber nur zu 80 bis 90 Prozent vom Mond verdeckt sein. Wenn nicht noch Wolken das ganze Bild trüben.
Das reicht aber, um ganz New York in Wallung zu bringen. Die Medien kennen nur ein Top-Thema, Nachbarn planen die Rooftop-Party, die Spezialbrillen sind schon lange aus… Zum Glück habe ich meine schon letzte Woche gekauft, als ich bei einem Vortrag im Natural History Museum war. (Auch dort ging es unter den riesigen Modellen der Planeten unseres Sonnensystems um große Themen. Der Paläonthologe und Harvard-Professor Kevin Uno hat über die Zusammenhänge von der Entwicklung des Homo sapiens, seiner Ernährung, CO2 und Klimawandel gesprochen. Guter Redner, interessantes Format der Wissenschaftskommunikation – nur falls jemand gerade auf der Suche sein sollte…).
Aber zurück zur Sonnenfinsternis, die mittlerweile überstanden ist. Immerhin war das Wetter gnädig mit den Brooklynites; am Himmel waren nur leichte Schleierwolken zu sehen und mit den Eclipse glasses war die Sonnensichel gut zu erkennen. Dunkel wurde es allerdings auch in den vier Minuten nicht, in denen der Mond den Großteil der Sonne verdeckt hat. Allenfalls war das Licht seltsam – kurze Schatten und zugleich bisschen Dämmerung. Die wahre Attraktion aber waren mal wieder die Menschen, die sich in Scharen auf den Wiesen des Prospect Park niedergelassen haben. So viele Leute an einem fast normalen Werktag!


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