Irgendwie scheint das mit der Eroberung ja doch tief verwurzelt in uns Menschen/in uns Europäern zu sein. Auf jeden Fall musste ich jetzt doch endlich mal einen Fuß in den zweiten B-Stadtteil, die Bronx, setzen. Der beste Ruf eilt diesem Borough ja nicht voraus, aber ein paar Attraktionen hat die Stadt New York dann doch hier angesiedelt. Die eine ist das Yankee Stadium, eine andere und für mich interessantere die New York Botanical Gardens.
Mit der Subway musste ich zwar rund 90 Minuten fahren – bis über die 200th Street hinaus! – für die 20 Minuten Fußweg in der Bronx (nichts besonders auffälliges zu berichten) habe ich mich auf ein City Bike geschwungen und dann durfte ich als New York resident am Mittwoch kostenlos in den Park. Wer als Nicht-New Yorker und Nicht-Mitglied hierher kommt, und das volle Programm (Gewächshäuser, Orchideenschau, Elektro-Bahn) mitmachen will, der darf $35 an der Kasse lassen. Aber auch das sind die Gärten wert.
Vielleicht habe ich auch einfach die allerbeste Jahreszeit erwischt. Forsythien, Magnolien, Kirschen, Narzissen blühen überall, dazwischen alles mögliche, für das ich keinen Namen nennen kann. An den Bäumen entfalten sich noch vorsichtig die ersten Blätter. Farne müssen sich erst noch ihre winterlichen Schnecken entrollen. Dazwischen sattes Grün der Wiesen, die in der heute etwas verhaltenen Frühlingssonne leuchten.
Auf Fotos lässt sich die Pracht kaum festhalten, schon gar nicht der süße(?), betörende(?), fruchtige(?) Duft unter den Kirschbäumen, die frisch gemähte Wiese oder die erdig-würzige Luft bei den Nadelbäumen. Und die Geräuschkulisse kann ich natürlich auch nur unvollständig einfangen. Vielleicht ist nicht ganz schlecht, weil sich in das Gezwitscher der Vögel doch oft genug der Lärm von den umliegenden Straßen mischt.
Weniger hört allerdings von man diesen Geräuschen, wenn man im Kern des Geländes, des letzten Stück ursprüngliches Waldes auf dem Boden von NYC, ist. Hier stehen Bäume unterschiedlichen Alters und Größe; teilweise liegen sie auch auf dem Boden oder im Wasser. Das steht in kleinen Tümpeln; zusätzlich fließt auch die Bronx, der einzige Süßwasserfluss auf dem Stadtgebiet von New York, durch das Gelände.
Also, schaut mal im New York Botanical Garden vorbei; ich habe noch genügend Knospen übrig gelassen (z.B. Flieder, Azaleen, Kamelien, Rosen). Und die kleinen und großen Ahornbäume sind zu anderen Jahreszeiten sicher auch einen Besuch wert.


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