Wer B sagt, muss auch Q sagen; am Donnerstag habe ich mich nach Queens begeben, und zwar in den Stadtteil Astoria. Dort soll es, neben ein paar echten Italienern (ich habe nichts dergleichen gefunden) und einem großen Freibad im Astoria Park (gesehen, war aber noch trocken und verlassen) die Kaufman-Filmstudios und ein Filmmuseum geben. Das Museum of the Moving Image immerhin habe ich nach einer kleinen Rundfahrt durch die Neighborhood auch erreicht und konnte (weil Donnerstag Nachmittag) auch ohne Eintritt hineinspazieren.
Die Geschichte der Kaufman-Astoria Studios reicht wie so vieles in NYC bis in die goldenen 20er des letzten Jahrhunderts zurück. Gegründet wurden sie von von der Stummfilm-Produktionsgesellschaft Famous Players-Lasky, aus der später Paramount hervorging. Der Standort Astoria war zunächst wegen seiner räumlichen Nähe zum Broadway in Manhattan attraktiv; 1932 zog Paramount allerdings mit allen Studios nach Kalifornien um. Der Standort Astoria bestand als unabhängiges Filmstudio fort, wurde dann aber ab 1942 von der US Army für die Produktion von Lehrfilmen genutzt.
In den 70er Jahren ging es dann wieder privatwirtschaftlich weiter: Produziert wurde hier zum Beispiel das Filmmusical Hair, die Sesamstraße, oder die Serie Succession. Wie gefragt und wirtschaftlich erfolgreich die Studios heute sind, entzieht sich meiner Kenntnis – im Museum ging es nicht um die Geschichte der Studios, sondern allgemein um das Medium Film. Die zentrale Dauerausstellung hat die Besucher durch die Geschichte des Films, vor allem aber durch die Elemente der Produktion geführt. So ging es von den optischen Werkzeugen zur Erzeugung von Bewegtbildern (drehbare Scheiben oder Tonnen, durch die man Bilder sehen konnte) über alte Kameras, Beleuchtung bis zu Vorführgeräten. Auch zu Make-up, Kostümen und Maske gab es Einiges, nicht immer Appetitliches zu sehen. Horrormovies sind ja so gar nicht mein Genre, aber wie aufwändig die Maske für „The Exorcist“ war, kann ich jetzt zumindest nachvollziehen.
Spaß gemacht haben auf jeden Fall die vielen Stationen, an denen man selber etwas ausprobieren konnte: So konnte ich eine kurze Stop-Motion-Animation erstellen, einen Dialog aus „The Wizard of Oz“ mit meiner eigenen Stimme einsprechen, die richtige oder falsche Musik zu bekannten Filmszenen unterlegen. In der kleinen, schon etwas muffig nach 70s riechenden Sonderausstellung zu Jim Henson, dem Schöpfer der Muppets, konnte man auch die Puppen tanzen lassen.
So, und weil Astoria mich ansonsten nicht vom Hocker reißt, treibe ich zu Hause meine Studien zu von mir verpassten, nicht mehr ganz taufrischen New York Filmen voran: Heute gibt‘s „Sex and the City“, nachdem ich jetzt schon das Make-up der vier Hauptdarstellerinnnen gesehen habe.



Hinterlasse einen Kommentar