Seit bald einem Jahr habe ich mit mit gerungen, naja, gesittet mit mir selbst darüber diskutiert, ob ich mich in die Vertikale wagen soll. In zahlreichen anderen Dimensionen habe ich New York ja schon erlebt und hier auch beschrieben. Aber oben auf ein wirklich hohes Gebäude habe ich mich seit letztem Sommer noch nicht getraut. Bin ja keine normale Touristin, kostet viel Geld, war ja 2010 schon mal auf dem Empire State Building, das Wetter und die Sicht ist zu schlecht, … – Begründungen kann ich gerne noch mehr produzieren.
Doch dann brach das Schicksal in Gestalt einer geschenkten Eintrittskarte über mich herein. Und so habe ich mir am Montagmorgen bei strahlend blauem Himmel einen Stups gegeben und bin zum One World Observatory gefahren. Dank der frühen Zeit waren noch nicht viele Touristen unterwegs und ich konnte in unter einer Minute den Gutschein in ein Ticket umwandeln. Ein obligatorisches Erinnerungsfoto und eine knappe Minute später stand ich 386,5 Meter über der Erde – 20 m höher als die oberste Spitze des Berliner Fernsehturms – aber unter mir angeblich 101 Stockwerke solides Gebäude, nicht nur irgendwelche Antennen! Mit Spitze gemessen ist das One World Trade Center 541 Meter oder symbolische 1776 feet hoch und damit das höchste Gebäude der westlichen Hemisphäre.
Und ja, die Fahrt mit dem Aufzug dauert wirklich nur 47 Sekunden. Es bleibt gar keine Zeit hat, sich Gedanken zu machen, wie er betrieben wird, oder wie viele Treppenstufen man herunter laufen müsste, sollte etwas passieren. Stattdessen gibt es auf den Innenwänden des Aufzugs eine Projektion, die 400 Jahren Geschichte am Standort des heutigen Observatory zeigt. Oben angekommen lässt man noch ein bisschen Multimediazauber über sich ergehen, aber dann ist Zeit fürs Rausschauen, Staunen und Genießen.
Von hier reicht der Blick im Süden über Governors Island, Ellis Island und Freiheitsstatue, die Verrazano Bridge bis auf die Lower Bay, Nach Norden kann man auf die Türme von Midtown sehen und den Hudson bis hinter die George Washington Bridge verfolgen. Und Richtung Osten lenkt sich mein Blick natürlich auf das schöne Brooklyn mit dem Prospect Park, das dahinter liegende Meer und in ganz, ganz weiter Ferne auch die Stadt Wiesbaden. Ich hoffe, man hat mich von dort dankbar winkend wahrgenommen.




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