Dicke Luft

Dicke Luft

Lang nichts mehr von Politik und Umwelt gelesen? Ein Thema bewegt hier viele, und heißt weder Donald mit Vornamen, noch hat es mit kriegerischen Auseinandersetzungen irgendwo auf der Welt zu tun. Nein, die New Yorker kehren vor der eigenen Haustür und führen ein „congestion pricing“ ein. Nach dem Muster von Städten wir London, Singapur, Mailand oder Stockholm müssen alle privaten oder kommerziellen Fahrzeuge, die im Central Business District (CBD) fahren, eine Gebühr bezahlen.

Definiert wird der Central Business District als alle Straßen in Manhattan, die sich in Manhattan unterhalb der 60th street – also südlich des Central Parks – befinden; einzige Ausnahme bilden die (aus Fußgänger-, Fahrradfahrer- und Touristensicht sehr lästigen) Schnellstraßen die sich am Ufer des Hudson bzw. East River entlang ziehen. Nach Angaben der Metroplitan Transportation Authority (MTA) fahren derzeit einem normalen Werktag über 700.000 Fahrzeuge in diese Zone.

Durch die Gebühr, die voraussichtlich ab Juni erhoben werden soll und pro PKW und Tag auf 15 Dollar festgesetzt wird, für größere Fahrzeuge bis zu 36 Dollar, erhofft sich die MTA nicht nur weniger verstopfte Straßen und eine bessere Luftqualität, sondern auch Einnahmen, die dann wiederum für Ausbau und Erneuerung des öffentlichen Nahverkehrs eingesetzt werden sollen. Die New York Times hat als Schätzung für jährlichen Einnahmen immerhin einen Betrag von rund einer Milliarde Doller genannt; allerdings schweben hier unterschiedliche Angaben im medialen Raum.

Doch bevor die Dollar und der Verkehr tatsächlich fließen, sind noch technische und juristische Hürden zu überwinden: Die erforderlichen Geräte zum Lesen der Nummernschilder müssen an allen Straßen angebracht werden, die in den gebührenpflichtigen Bereich führen. Und diverse Interessengruppen, insbesondere aus den benachbarten Boroughs und New Jersey, wo die Tagespendler wohnen, sind auch noch gegen das Projekt.

Mal sehen, ob und wann das congestion pricing tatsächlich kommt. Ich werde auf jeden Fall aufatmen, wenn New York City diese Hürde genommen hat.

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