So, Bayern habe ich jetzt wieder verlassen, kann hier aber noch gerne einen kleinen Werbeblock für die Chiemsee-Region einlegen: Schöne Landschaft mit Seen und Bergen, weites Fahradwegenetz, gutes Brot, Kaffeepreise knapp unter dem New Yorker Niveau.
Auch Geschichte kann man allerorts antreffen: So waren die guten alten Römer natürlich schon da und haben ihre Spuren hinterlassen; aus dem Mittelalter gibt es kleine Gutshäuser von lokalen Fürsten sowie Kirchen und Klöster. Einen Besuch wert sind z.B. Kloster Seeon, wo sich die CSU-Prominenz zu ihren Klausuren trifft, oder Frauenwörth auf der Fraueninsel. Auch auf Herrenchiemsee gab es einmal ein Kloster, vor allem aber hat der Bayerische König Ludwig II. ab 1876 sich hier mit dem Neuen Schloss sein eigenes kleines (allerdings unvollendetes) Versailles errichten lassen. Und nach dem 2. Weltkrieg, während in New York die Vereinten Nationen angesiedelt wurden und das United Nations Building neben anderen Türmen in die Höhe wuchs, traf sich in dem ehemaligen Kloster auf Herrenchiemsee der Verfassungskonvent, um die Grundlagen für das heutige Grundgesetz zu legen.
Nach diesem Ritt durch die Geschichte drehe ich Uhr und Globus wieder, und schwupps, bin ich im New York vom Mai 2024. Und stelle fest, dass ich durch Zeitverschiebung und Jetlag ein paar der wichtigsten Entwicklungen verpasst habe:
- Es ist Sommer geworden; die Bäume stehen in dunklem Grün, die Jogger laufen wieder mit entblößtem Oberkörper, die Klimanlagen haben ihre Arbeit aufgenommen (crazy, …). Es geht aber schon wieder runter mit den Temperaturen.
- Die Met-Gala ist vorbei, und kaum einer hat’s bemerkt. Immerhin habe ich gelernt, dass es außer der großen Fashion-Show auf der Treppe des Met-Museum auch noch eine Gegenveranstaltung in Brooklyn gab, die sogenannte Debt-Gala. Mit ähnlich kreativen, aber etwas preisgünstigeren Outfits und mit dem Ziel Spenden für Leute zu sammeln, die ihre Arztrechnungen nicht mehr bezahlen können.
- Verhandlungstage X, Y, Z im Gerichtsverfahren 17, 18, 19 gegen Donald Trump sind vorbei. Aber Abwesenheit hin oder her, es ist schwierig, hier den Überblick zu behalten. Ach ja, und in Washington hat Mike Johnson, der republikanische Sprecher des Repräsentantenhaus, mit Hilfe der Demokraten mal wieder einen parteiinternen Umsturzversuch überlebt.
Schön, wieder in einer Weltstadt zu sein, wo jeden Tag so viel passiert!
P.S. Ich schulde noch eine Lösung zum letzten Rätsel: Es handelt sich um die Kampenwand.

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