Die Wiedereingewöhnung in New York war bei meiner zweiten Rückkehr sehr viel schneller als beim ersten Mal. Neben der bewährten Fahrradtour über die Brooklyn Bridge hat mir diesmal auch das Sommerprogramm im Bryant Park geholfen. Nach dem strengen Jahresrhythmus, der nicht von der Natur, sondern im wesentlichen von den Bedürfnissen der Stadtbewohner vorgegeben wird, kann man dort jetzt die Rasenfläche zu bestimmten Zeiten betreten. Die Yoga Sessions, die wir im letzten Sommer liebgewonnen haben, stehen noch nicht wieder auf dem Programm. Dafür kann man im Mai an ein, zwei Abenden der Woche verschiedene Tanzstile einstudieren und dann zu Live-Musik das Tanzbein schwingen.
Gestern gab es Lindy Hop, eine bewegungs-, hüpf- und energieintensive Unterart des Swing. Mit den Tanzgenres ist es ähnlich kompliziert wie mit den Musikgenres – es gibt einfach zu viele Spielarten, um den Überblick zu behalten. Zum Lindy Hop konnte ich aber gleich mehrere gedankliche Verbindungen herstellen: Entstanden ist dieser Fusion-Tanz wie so vieles im Jazz Age in Harlem (Stichwort Harlem Renaissance); benannt wurde er nach dem Flugzeug-Pionier Charles Lindbergh, der im Mai 1927 den ersten „Hüpfer“ über den Atlantik geschafft hatte. Und – als weitere Parallele zu meinen eigenen Reiseaktivitäten – der Lindy Hop enthält auch Elemente des Charleston, der wiederum aus der Küstenstadt in South Carolina stammt, die demnächst noch auf unserem Reiseprogramm steht.
Wem das jetzt zu kompliziert war, der weiß, wie meine Füße und Arme sich gestern gefühlt haben. Viel gesehen von den engagierten Vortänzern habe ich ehrlich gesagt nicht. Dazu war die Terrasse rund um den Brunnen im Bryant Park zu gut besucht. Aber mit den Ansagen zu den verschiedenen Schritten und Figuren und durch gemeinsames Ausprobieren mit einer Zufallspartnerin konnte ich mich doch über das Parkett alias Steinplatten bewegen. Spaß gemacht hat es auf jeden Fall! Und als Bonbon zum Abschluss der Tanzstunde und zum Einläuten des freien Tanzes gab es dann noch eine kurze Vorführung der Expert:innen.

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