Feuer

Feuer

Es ist doch immer wieder ein Boost für das Ego, wenn die New York Times einen Tag nach mir ein Thema aufgreift. Heute schreiben sie über den Flag Code und die US-Flagge im Vorgarten eines Richters am Supreme Court. Dabei greifen die Edelfedern der Times einen Punkt auf, den ich – soviel muss ich bei aller Selbstzufriedenheit und fremdpatriotischen Wallungen eingestehen – schlicht und einfach ausgelassen habe. 

Unter der Überschrift „respect for the flag“  enthält das Flaggengesetz auch die Vorschrift „(a) The flag should never be displayed with the union down, except as a signal of dire distress in instances of extreme danger to life or property.“ Eine kopfüber ausgerichtete Flagge war aber 2020 während eines laufenden Verfahrens über angeblichen Wahlbetrug in dem Richter-Vorgarten zu sehen – und vorher 6. Januar bei der Erstürmung des Capitol Hill durch wütende Trump-Anhänger. Geht so gar nicht, möchte man Judge Alito zurufen!

Dabei sollte man allerdings auch wissen, dass die umgekehrte Flagge und der zugehörige Slogan „nation in distress“ auch schon bei früheren politischen Auseinandersetzungen eingesetzt wurde, zum Beispiel von Gegnern des Vietnamkriegs. Aber Meinungsfreiheit auf der Straße und richterliche Vorgärten sind zweierlei.

Und bevor ich mich so richtig heiß schreibe, verlasse ich das ständig schwelende Wahlkampfthema um mich einem Sujet zuzuwenden, dass mir schon länger unter den Nägeln brennt – nicht zuletzt, damit ich diese blöden Wortspiele endlich unterbringen kann: Feuer und Feuerwehr. 

Beidem begegnet man hier täglich: dem offenen Feuer in den hier immer noch sehr üblichen Gasherden und Gasöfen oder den Gaslampen, die in manchen Vorgärten tagaus, tagein brennen. Die Feuerwehr sieht und hört man unweigerlich beim Laufen durch die Straßen. Feuerwehrautos im Einsatz kann man schon durch den langgezogenen, abfallenden Ton von dem hektischeren Pulsieren der Sirenen der Rettungswagen unterscheiden.

Neben den Wagen in Aktion gibt es die Feuerwehrhäuser, die jeweils fantasievoll verziert sind. Alle Standorte habe ihr eigenes Logo und einen mehr oder minder martialischen Namen. In Chinatown arbeiten die Dragon Fighters, bei uns in der Nachbarschaft grinst der Tod im Höllenschein auf dem Logo der Feuerwache. Und oft genug erinnern Plaketten an die Feuerwehrleute, die im Einsatz nach den Terrorattentaten von 9/11 ums Leben gekommen sind. 

Grund genug, an dieser Stelle ein Wort des Dankes an diejenigen zu richten, die in dieser durch Ausdehnung, Zahl der Bewohner, Höhe der Häuser, Einbahnstraßen herausfordernden Stadt ihren Dienst tun! Gut, dass ihr da seid.

Und, liebe Times, morgen bitte keinen Artikel über große Feuerwehreinsätze.

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