Wer wie ich aus seinem kleinen New York kaum herauskommt, der ist schon überrascht, wie groß dieses Land ist. Vor allem wenn man es am eigenen Leibe erfährt oder wie wir gestern erfliegt. Den gestrigen Tag haben wir überwiegend auf Flughäfen und in der Luft verbracht, um von der östlichen Südküste (New Orleans) zur südlichen Ostküste (Savannah) zu kommen.
Beide Städte sind kurz vor der Mündung der großer Flüsse gelegen, die man vom Flieger aus bewundern kann. Der Mississippi ist – nicht nur wegen seiner immer wieder herzerfrischenden Buchstabenfolge, sondern auch durch Mark Twains Romane oder Erzählungen über Dampferfahrten mit Jazz-Musik – für mich schon lange ein Begriff und Sehnsuchtsort gewesen. Die Realität in New Orleans war eher ernüchternd: ein breiter, sehr brauner Strom, mit einem mäßig attraktiven Ufer.
Aber aus der Luft sieht man, wie majestätisch dieser viertlängste Fluss der Welt durch die Landschaft mäandriert.
Von dem Fluss Savannah, der Georgia und South Carolina trennt, hatte ich bislang ehrlich gesagt noch nie gehört. Aber auch er beeindruckt hier in der Stadt Savannah durch seine Breite. Sowohl vor der Landung mit dem Flugzeug als auch bei meinem morgendlichen Spaziergang am Flussufer konnte ich mich überzeugen, dass hier größere Mengen von Waren aus aller Welt ihren Umschlagplatz haben. Das galt übrigens auch schon zu früheren Zeiten: Savannah war eine wichtige Drehscheibe für den Dreieckshandel mit Baumwolle, Reis, Tabak und Sklaven – ein Teil der Geschichte, der hier anscheinend immer noch etwas unter den Teppich gekehrt wird.

Zurück zu etwas netteren Aspekten von Handel und Verkehr. Wir haben gestern Abend noch ein nettes Restaurant, „Grey“ mit Verkehrsgeschichte entdeckt. In einer alten Greyhound-Bus Station, die von New Yorker Designern mit passenden Art Deco Möbeln ausgestattet wurde, gab es eine schicke Bar und gute Südstaaten-Küche. Das schönste für mich war aber tatsächlich die gelungene Umgestaltung der alten Wartehalle.



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