Unser zweiter Tag in Savannah begann im Zeichen der „Dead ends“. Und ich hoffe, man möge mir mein Augenzwinkern an dieser Stelle nicht als Respektlosigkeit auslegen. Passend für den Memorial Day hatten wir uns vorgenommen, den Bonaventure Cemetery aufzusuchen, der ein paar Meilen vom historischen Zentrum Savannahs entfernt ist. In unserem Stadtführer wird er als Inbegriff für „Southern Gothic“ gepriesen und abgesehen davon war die Nekropole Schauplatz für einen weiteren Film, nämlich „Midnight in the Garden of Good and Evil“ (der mir zugegeben nichts sagt; ich bin allerdings auch kein Fan von Gruseligem).
Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln hat sich allerdings zumindest als „challenging“ entpuppt, wären wir doch beinahe im Nirvana gestrandet: Unser Bus am Hinweg fuhr alle zwei Stunden, mit anschließendem Fußweg an Straßen, die Fußgänger nicht vorsehen. Am Rückweg mussten wir dann noch weiter laufen, um an einer verlassenen Haltestelle zu warten, die immerhin eine andere Seite von den USA zeigt.


Wir haben es aber wieder in das Zentrum Savannahs zurück geschafft und den Nachmittag noch genutzt, um uns das „Owen Thomas House and Slave Quarters“ anzuschauen. Eine engagierte Museumsführerin hat uns durch das 1819 gebaute Haus und die Nebengebäude geführt und uns zahlreiche Details über die Herrschaften, aber auch die versklavten Männer und Frauen berichtet, die dort gearbeitet haben. Der Fokus auf die oft namenlosen oder mit fremden Namen versehenen Bediensteten ist eine Perspektive, die das Museum erst seit dem Umbau 2019 in den Mittelpunkt gerückt hat, und aus der ein paar althergebrachte Überzeugungen hinterfragt und Unwahrheiten der früheren Geschichtsschreibung entlarvt werden.
Der Besuch in dem Haus hat sich trotz des stolzen Eintrittspreises gelohnt – auch wenn wir die beiden anderen im Preis inbegriffenen Museen nur sehr kurz bzw gar nicht mehr anschauen konnten.





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