Ich muss meine Mini-Serie über die vier Elemente noch fortsetzen. Nach Feuer und Wasser geht es heute um die (gute) Luft, zu der mir gleich zwei Sachen einfallen.
Zum einen muss ich mit Euch teilen, dass ich im April wohl etwas vorschnell New York Governor Kathy Hochul für die Einführung des „congestion pricing“ in Manhattan gepriesen habe. April, April! Oder in diesem Falle Juni, Juni: Am 30. Juni hätte es losgehen sollen, Anfang Juni wurde der Plan auf Eis gelegt. Die finanzielle Last für die Mittelschicht sei zu groß, die Folgen der Pandemie noch nicht ganz vorbei. Wahrscheinlich war eher der Druck aus den Vororten oder die Angst vor dem Verlust von Wählerstimmen an die republikanischen Gegner der Grund für den Rückzieher. Schluss mit besserer Luft – daran wird der Protest von ein paar zivilisierten Umweltaktivisten (s. Foto) nicht viel ändern. Und sollte Trump die Wahl im November gewinnen, dann ist es auf nationaler Ebene mit dem Clean Air Act auch vorbei.
Da heißt es einmal tief durchatmen. Und schon sind wir beim nächsten luftigen Thema. Kaum ist hier der Frühsommer ausgebrochen, riecht alles doppelt so intensiv. Nach einem Regen hängt der vielleicht der Duft von ein paar Blumen und Bäumen in der Luft. Ansonsten drängen sich eher die unschöneren Gerüche auf: Urin, Müll, Autoabgase, die typische Subway-Melange sowieso. Und dazwischen immer wieder der Geruch von Gras, und zwar nicht dem frisch gemähten.
Wir mögen ja mittlerweile schon etwas blind auf diesem Nasenloch geworden sein, aber einer unserer New York Besucher hat es neulich noch einmal festgestellt: Hier riecht es so, als ob die ganze Stadt berauscht ist! Kein Wunder bei den vielen legalen, halblegalen und illegalen Weed-Shops. Die NY Times berichtet, dass seit 2021, als der Verkauf von „recreational marijuana“ und die Vergabe von Lizenzen für den Cannabis-Verkauf in New York State eingeführt wurde, 62 lizenzierte und fast 3000 nicht-lizensierte Läden gibt.
Ich bin ja schon gespannt, wie es in Berlin riecht, wenn ich wieder zurück komme. Und bis dahin genieße oder ertrage ich noch ein Weilchen die New Yorker Luft, Luft, Luft.


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