Während das Drama um die Stimmenauszählung bei der Europawahl noch im Gange ist, schreibe ich Euch heute nur ein paar Zeilen zu weitaus harmloseren Theateraufführungen, die wir in der vergangenen Woche gesehen haben.
Am Broadway lief „Home“, ein Stück des erst kürzlich verstorbenen Samm-Art Williams aus dem Jahr 1978. Es erzählt die Geschichte eines einfachen Schwarzen, der irgendwo in North Carolina auf dem Land lebt. Doch das Leben meint es nicht gut mit ihm. Seine Freundin zieht in die Stadt zum Lernen und heiratet dann einen erfolgreicheren Anwalt; seine Weigerung in den Vietnam-Krieg zu ziehen, bringt ihn ins Gefängnis, seine Farm wird verkauft und schließlich endet er in der Stadt. Doch dort wird das Überleben für ihn noch schwieriger; Hunger, Alkohol und Drogen kennzeichnen den Alltag, bis irgendwann der rettende Brief eintrifft und ihn nach North Carolina zurückruft. Es folgt ein etwas kitschiges Happy End – die inzwischen verwitwete Freundin hat die Farm zurückgekauft, ihm übermacht, and they lived happily ever after.
Die etwas vorhersehbare Handlung wurde ausgeglichen durch drei exzellente Schauspieler:innen, die enorme Mengen Text zu bewältigen hatten, und außerdem mit wenigen Requisiten, Haltung und Stimme in Sekundenschnelle zwischen verschiedenen Rollen hin und her gewechselt haben.
Verwechslungen standen auch im Mittelpunkt von Shakespeares „Comedy of Errors“, die im Freien als englisch-spanische Musicalfassung auf die Bühne gebracht wurde. „We go for the cheap laughs“ haben sich wahrscheinlich sowohl die Truppe als auch seinerzeit schon der berühmte Barde gedacht. Ernst nehmen kann man die Komödie von zwei eineiigen Zwillingspaaren nicht, die Geburt an voneinander getrennt waren und als Erwachsene zufällig im gleichen Ort landen. Muss man ja zum Glück auch nicht, sondern kann den mitreißend vorgetragenen Blödsinn einfach genießen.


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