Chelsea / Hotels

Chelsea / Hotels

Ich bin wohl bislang zu oft auf der Highline spazieren gegangen. Es liegt einfach zu nahe, den Fußweg vom Whitney Museum bis zur Penn Station dort zurückzulegen – eine Etage erhöht, zwischen Gräsern, Sträuchern und Bäumen, ohne Ampeln, nur 1001 Touristen, die man umschiffen muss. Immerhin kann ich dank meiner häufigen Besuche berichten, dass inzwischen das letzte Stück der Highline rund um das Bahndepot bei den Hudson Yards auch für die Allgemeinheit freigegeben ist.

Doch wenn man die gewohnte Pfade verlässt und einmal quer die 23th Street entlangläuft wie wir am vergangenen Wochenende, kann man auch noch Einiges entdecken.  Gestartet haben wir unsere kleine Zufallstour am Madison Square Garden, der bei Sonnenschein ebenso schön, grün und überfüllt ist wie die Highline. Vorbei am seit unserer Ankunft eingerüsteten Flatiron-Gebäude (Ob das noch was wird, bevor wir abfliegen?  Sonst muss ich wohl wieder kommen!) spaziert man auf der breiten, in zwei Richtung befahrbaren 23. Straße nach Westen. Auf der rechten Seite kommt man schon bald an der Großen Loge der Freimauer vorbei (für mich zu Recht oder zu Unrecht mit einem fragwürdigen Ruf behaftet. Hier gäb’s wohl noch ein Recherchethema, andererseits weiß ich, dass Frauen keinen Zutritt haben, also kann ich beruhigt weitergehen). Stattdessen weise ich doch lieber auf das Poster House hin, bei dem man einen Zwischenstopp einlegen könnte. 

Wer noch weiter läuft oder gleich über Nacht in der 23th Street verweilen will, der hat zwei Möglichkeiten: Auf der südlichen Straßenseite steht recht bombastisch das Chelsea Hotel. Das Gebäude aus rotem Backstein und mit schmiedeeisernen Balkongittern hat eine lange Geschichte. Wie den zahlreichen Plaketten am Eingang und den Beschreibungen im Netz zu entnehmen ist, haben seit der Eröffnung 1884 hier Künstler wie Bob Dylan, Leonard Cohen, Janice Joplin, Arthur Miller, Mark Twain, Uma Thurman und viele mehr genächtigt. Wäre schon interessant, auch mal einen Blick in das Innere zu werfen oder – budget permitting – gar hier sein Haupt zu betten. 

Einen Block weiter haben wir dann noch ein Hotel wiederentdeckt, das vielleicht nicht so illustre, dafür aber persönliche Geschichte mitbringt: das Leo House, ein katholisches Gästehaus, in dem wir vor bald 15 Jahren  (und der eine oder die andere von Euch schon früher) untergekommen sind. Immerhin, auch hier heißt der Slogan „welcoming travellers since 1889“ und übernachten dürfen alle, unabhängig von Geschlecht oder Religion. 

Doch wir ziehen weiter Richtung Hudson blicken noch einmal in ein interessant verschachteltes Galeristenhaus auf der Ecke 23rd Street/10th Ave und erklimmen dann doch wieder die Highline.

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Eine Berlinerin berichtet aus Brooklyn