Ein To-do weniger auf meiner Liste! Heute haben wir uns in die Nordspitze von Manhattan getraut (bzw. die lange Subway-Fahrt in Kauf genommen) und sind in die MET Cloisters gegangen, der Außenstelle des MET-Museums in dem mittelalterliche und vor allem sakrale Kunst gezeigt wird. Das Museumsgebäude wurde (finanziert durch John D. Rockefeller) in den 1930er Jahren hier auf einer natürlichen Erhebung gebaut und integriert insgesamt vier Kreuzgänge. Meine Erwartungen an den Ort waren nach den eher zurückhaltenden Kommentaren früherer Besucher nicht zu hoch, das Wetter war auch unentschieden, – und mein Urteil zu den Cloisters reiht sich hier ein.
Schöne Einzelstücke, wie Holzfiguren von Tilmann Riemenschneider, Madonnen von unbekannten Künstlern aus dem Chiemgau, Tapisserien aus dem 15. Jahrhundert mit König Arthur, eine ganze Serie von Wandteppichen mit Einhörnern oder auch ganze, originale Kreuzgänge aus französischen Klöstern sind hier zusammengetragen. Die verschiedenen Gärten in Mitte der Kreuzgänge sind schön und farbenfroh bepflanzt.
Und trotzdem wird heute die alte Europäerin in mir wach. Wie schön wäre es doch in Südfrankreich, Norditalien oder auch im Chiemgau zu sein, wo die Exponate nicht nur Exponate sind, sondern gelebte Geschichte und wo sie zur jeweiligen Umgebung passen!
Vielleicht liegt meine kleine NY-Verdrossenheit aber auch daran, dass ich heute zu früh oder mit dem falschen Fuß aus dem Bett aufgestanden bin. Die aktuelle Käthe Kollwitz-Ausstellung im MoMA, die ich zunächst verweigert habe (warum sollte ich als Berlinerin in New York Werke einer Berliner Künstlerin anschauen?) hat mir wider Erwarten gut gefallen. Manche Motive wurden in mehreren Varianten und Bearbeitungsstufen gezeigt; außerdem konnte man mit Lupen Details ihrer Zeichnungen entdecken. Kann man sich also ansehen; vor allem wenn es daneben noch zahlreiche andere Meisterwerke aus den USA und Europa zu sehen gibt.



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