Movie Locations

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Hättet Ihr es gedacht? Das heutige Bild zeigt keine flämische Winterlandschaft von Pieter Bruegel, sondern ein Stück Brooklyn (das ja auch einmal klein als niederländische Siedlung Breukelen angefangen hat). Das Ölgemälde von Francis Guy, das im Brooklyn Museum ausgestellt ist, wurde um 1820 gemalt und zeigt eine noch ziemlich ländliche Szenerie.

Die Front Street, in der das Atelier von Guy damals stand, gibt es heute noch, allerdings würde wohl niemand mehr ein einziges der alten Holzhäuser wiederfinden. Heute stehen hier große Backsteinhäuser, die als Lagerhäuser genutzt wurden, aber inzwischen auch schon wieder eine neue Bestimmung als Edelwohnungen gefunden haben. Außerdem wird die Sicht dominiert durch die Brooklyn Bridge und vor allem die Manhattan Bridge, die sich hoch über das kleine Viertel spannt und es visuell und akustisch (Auto- und Subwayverkehr auf der Brücke) dominiert. Nicht umsonst heißt die Gegend DUMBO (District under the Manhattan Bridge Overpass).

Der Anziehungskraft für Touristen und zahlungskräftige Mieter oder Wohnungseigentümer tut das aber offensichtlich keinen Abbruch. Der Blick vom Ufer auf Manhattan und die Brooklyn Bridge ist auch einfach zu schön, so dass auch wir diese Stelle in unseren Must-Sees für Besucher aufgenommen haben. 

Und auch die Location Scouts für die Filmindustrie haben Dumbo im Programm. Ich habe neulich den Netflix-Film „Your Place or Mine“ mit Reese Witherspoon und Ashton Kutcher zum zweiten Mal gesehen, diesmal mit besonderem Fokus auf die Drehorte. Und da der Film erst 2023 erschienen ist, kann man hier tatsächlich die heutigen Orte wiederkennen: das Karussell am Wasser (das übrigens auch bei „Past Lives“ von Céline Yong vorkommt), das alte Lagerhaus, in dem jetzt der Time Out Markt untergebracht ist, das schicke Restaurant am Ufer. Da ist die nette, aber etwas vorhersehbare Handlung fast Nebensache.

Als Gegenprogramm zu aktuellen Brooklyn-Filmen habe ich mir übrigens gestern in einer deutsch-amerikanischen Gruppe und in einem Kino in Manhattan den Film „Lola rennt“ von Tim Tykwer noch einmal angeschaut. Immer noch (wieder)sehenswert, nicht nur, aber auch wegen der Locations, die es so ja gar nicht mehr gibt.

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Berlin, Brooklyn, and beyond

Eine Berlinerin berichtet aus Brooklyn