… genießt man in New York eher nicht zu zweit im Wald allein. Dafür gibt es tausend andere Möglichkeiten glücklich zu sein. Eine davon ist zum Beispiel, nach Long Island zu fahren.
Im Idealfall besitzt man natürlich eine schicke kleine oder nicht ganz so kleine Villa, in der man sein Wochenende verbringen kann; oder man verfügt über Freunde, die einen in ihre kleine Villa in den Hamptons einladen. Es geht aber auch bodenständiger.
Wir sind mit dem Regionalzug der Long Island Railroad gefahren und waren in drei Stunden in Montauk, dem Ort an der östlichen Spitze von Long Island. (Wenn man berücksichtigt, dass wir in Jamaika umgestiegen, und dann über Babylon gefahren sind, ist das gar nicht so schlecht, oder? Die beiden Orte waren allerdings normale Bahnhöfe an der Strecke und liegen mitnichten in Mittelamerika oder im heutigen Irak.) Auf dem Weg, mal wieder eine einspurige, nicht elektrifizierte Strecke, sieht man viel grün, zwischendurch ein paarmal Wasser. Ansonsten schimmern tatsächlich ein paar Villen durch die Bäume, fast alle mit eigenem Pool oder immerhin mit einem Tennisplatz.
Hauptattraktion in Montauk ist der Leuchtturm, der vom Bahnhof dann noch einmal sechs Automeilen entfernt ist; zu Fuß wird der Weg wohl eher ungemütlich. Schon seit George Washingtons Zeiten warnt der Leuchtturm an dieser die Schiffe – und ist heutzutage auch für Touristen zu besteigen. Neben der großen Fresnel-Linse kann man von hier aus auf den Atlantik, das Festland (Rhode-Island) und die Long-Island-Küste sehen. Kreidefelsen gibt es nicht, dafür eine rötliche Abbruchkante, und das Meer ist wohl etwas bewegter als die Ostsee in Rügen.
Eine kleine Wanderung durch früheres Militärgebiet und eine weitere Taxifahrt später haben wir uns dann in „Montauk Center“ noch an den Sandstrand gelegt. Ins Wasser haben sich allerdings nur die Mutigen von uns getraut; der Wind war für den warmen Sommertag dann doch ganz schön frisch!


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