Man will ja nicht zu den Leuten gehören, die sich über jedes Wetter beschweren. Am Wochenende war es mir in Long Island zu kalt zum Schwimmen, jetzt ist es mir in New York zu warm zum Denken. Dabei ist es hier gar nicht so heiß, wie zum Beispiel in New Orleans oder aktuell in unverdächtigen Orten wie Buffalo. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur erschöpft, weil ich heute den ganzen Tag mit unserem aktuellen New York Besucher durch die Stadt gelaufen bin.
Wirklich klagen können eigentlich vor allem diejenigen, die draußen z.B. auf Baustellen arbeiten, mit voller Montur und „hard hat“, wie der Schutzhelm hier heißt. Aber gebaut wird hier immer und überall. Meistens sind es kleine drahtige Männer, die den Laden, bzw. die Baustelle schmeißen und sich untereinander auf Spanisch verständigen. Einwanderer natürlich, wie alle hier, aber wahrscheinlich eher solche, die noch nicht so lang in den USA sind und sehen müssen, wie sie ihr Geld verdienen können; New York hat schließlich seinen Preis. (Eine andere Immigrantengruppe, meist Frauen, und leider auch sehr kleine Kinder, sieht man auf den Straßen und in den Subways. Sie laufen mit Süßigkeiten oder geschnittenem Obst durch die Bahnen, und versuchen so, ein Zubrot zu erwirtschaften.)
Doch zurück zu den Bauarbeiten: Natürlich gibt es hier gewöhnliche Baustellen für einfache Mehrfamilienhäuser, für Straßen oder Kanalisation. Aber manche Arbeitsorte sind auch extrem. Man denke nur an die zahlreichen Supertalls (Hochhäuser über 300, aber unter 600 Meter), die derzeit und in den letzten zehn Jahren entstanden sind. Selbst bei gut gesicherten Baustellen stelle ich mir das alles andere als lustig vor.
Übrigens würde ich so weit oben auch ungern wohnen oder einer Büroarbeit nachgehen, aller guten Aussicht zum Trotz. Aber die extrem hohen Kauf- oder Mietpreise schieben dem ja sowieso einen Riegel vor. Und bevor Eure Langeweile zu groß, um nicht zu sagen extrem wird, höre ich jetzt einfach auf.

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