Noch ein heißer Tag! Zum Glück für viele Leute gibt es diese Woche aber gleich zwei Feiertage, auch wenn die Arbeitgeber in der Umsetzung unterschiedlich großzügig sind. Die muslimischen Communities haben am Montag anlässlich Eid al-Adha ihren Mitarbeitern frei gegeben; am Mittwoch, den 19. Juni wird anderenorts „Juneteenth“ begangen, der jüngste offizielle amerikanische Feiertag, der an das Ende der Sklaverei (zumindest auf dem Papier) erinnert.
Kinder an öffentlichen Schulen haben diese Woche das Glück, nur an drei Tagen die Schulbank drücken zu müssen. Und dann gibt es natürlich auch diejenigen, die an keinem Tag frei haben.
Eine Flugzeugbekanntschaft hat mir einmal von ihrem Arbeitgeber erzählt, der die großzügige Regelung hatte, dass jeder entscheiden kann, wann er oder sie freinimmt – verbunden mit der Erwartung, dass keiner von dieser Freiheit zu exzessiv Gebrauch macht. Nicht ganz unproblematisch, wenn das Damoklesschwert der kurzfristigen Entlassung ständig über den Beschäftigten schwebt. Noch mehr als für diese Gruppe von white collar Arbeitnehmern oder als für diejenigen, die in Krankenhäusern, Restaurants und Geschäften regelmäßigen Feiertagsdienst haben, entfällt der Luxus von Feiertagen für eine Gruppe von „selbständigen“ Überlebenskämpfern, den Flaschensammlern.
Für sie bieten Tage wir Juneteenth, der (wie alle möglichen Gelegenheiten im Sommer) mit vielen Food Carts und Street Food begangen wird, die Aussicht auf reiche Leergut-Beute – reich werden sie allerdings bestimmt nicht.
Juneteenth wurde auch von der New York Times zum Anlass genommen über Zwangsarbeit und Arbeitsbedingungen von Strafgefangenen nachzudenken. Dazu noch einmal zurück zu den Ursprüngen des auch als Freedom Day bezeichneten 19. Juni. An diesem Tag wurde im Jahr 1865, also nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs, in Texas als letztem Südstaat die Umsetzung der „Emancipation Proclamation“ umgesetzt. Damit waren die Sklaven in den gesamten USA frei. Allerdings gab es noch Schlupflöcher: Rechtmäßig Verurteilte Strafgefangene durften als Arbeitskräfte herangezogen werden; was nicht zu zimperlich ausgelegt wurde. So mancher ehemalige Sklave oder Sklavin fand sich nach willkürlichen Beschuldigungen und Verurteilung als Zwangsarbeiter;in auf einer Plantage wieder. Unbezahlte Arbeit von Strafgefangenen ist auch heute noch ein Thema, so der Times-Artikel, und in einigen US-Bundesstaaten wird über Für und Wider der Abschaffung heiß diskutiert,
Trotzdem, es gibt an Juneteenth etwas zu Feiern, und es gilt noch zu arbeiten, auch am Verständnis von Freiheit.


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