Dialekte

Dialekte

Wir haben ja schon Einiges am Straßenrand gefunden, mit dem wir unseren Haushalt bereichern konnten: Hemden oder Blusen, einen Fahrradhelm, eine funktionstüchtige Gitarre (no strings attached; nein, fünf von sechs Saiten waren dran, die letzte haben wir dazugekauft und können das Instrument demnächst upgecycled, um diesen Denglischen Neologismus zu verwenden, für den nächsten Nutzer wieder vor die Türe stellen). einen ganzen Ballen weißen Baumwollstoff. Nicht schlecht, oder? Ein paar Hefte und Bücher haben wir auch dem großen Kreislauf des Wissens entnommen oder hinzugefügt. Mein jüngster Bücherfund „Do you speak American?“ von Robert MacNeil und William Cran hat mich daran erinnert, dass ich hier auch noch ein Thema auf meiner langen Liste habe.

Wahrscheinlich habe ich mich in den vergangenen 228 Blog-Einträgen noch nicht `rangetraut, weìl das Thema zu groß ist, um es in 300 bis 400 Wörter zu packen. Welche Dialekte gibt es in den USA? Wie verändert sich die amerikanische Sprache über die Zeit? Wie groß ist der Einfluss des Spanischen? Wie unterscheiden sich British English und American English, oder sollte man heute korrekter von English and American sprechen?).

Ich werde die seriöse Linguistik-Expertin in mir jetzt vertrösten auf eine genauere Lektüre des gefundenen Buches und Euch einfach ein paar bits and pieces auf den Bildschirm werfen.

Zum Thema Dialekte sind Bücher ja heutzutage nicht mehr die beste Quelle. Während ich für mein Anglistik- und Amerikanistik-Studium noch das Entziffern der Lautschrift in Wörterbüchern und das Transkribieren von gehörtem Wort in Lautschrift lernen musste, kann man sich heute in jedem online Wörterbuch die britische, amerikanische und manchmal auch australische Version anhören. Die feinen Dialektvarianten werden dabei allerdings immer noch nicht eingefangen. Hier können einschlägige YouTube-Videos weiterhelfen. 

Da wäre zum Beispiel Eric Singer, einen Dialekt-Choach, der zusammen mit Kolleginnen verschiedene Varietäten des Amerikanischen vorführt. Zentrale Erkenntnisse: Bewegt man sich an der Ostküste von Nord nach Süd, dann kann man mehr unterschiedliche Dialekte hören, als wenn man von Ost nach West reist. Unterschiedliche Volksgruppen sprechen am gleichen Ort unterschiedliche Dialekte, Black Americans oder Indian Americans haben zum Beispiel jeweils ihre eigenen sprachlichen Besonderheiten. 

Ein wichtiges Entscheidungsmerkmal ist der Umgang mit dem „r“, das anders als ich es dachte, gar nicht überall in den USA mit breiter Zunge am Gaumen ausgesprochen wird. Ansonsten gibt es ein paar ganz spannende Vokalverschiebungen. Dialekte räumlich zuordnen kann ich nach zehn Monaten New York trotzdem noch nicht. Bis das richtig „smooth“ oder „smooove“ geht, müsste ich wohl noch länger bleiben.

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Berlin, Brooklyn, and beyond

Eine Berlinerin berichtet aus Brooklyn